Machine Learning in der Chemie

Momentan beschäftige ich mich (hauptsächlich aus Neugierde, aber auch weil die Digitalisierung in der Chemie kommt, oder?) mit Machine Learning, genauer Deep Learning und Big Data. Und ich frage mich, woher ein nicht-digitales Unternehmen die ganzen Daten nehmen soll, die für diese Art des Lernens und des Erkenntnisgewinns wohl entscheidend sind. Und dazu noch eines, was in der EU sitzt…

Vielleicht fehlt mir hier die Fantasie, also schauen wir mal. Selbstverständlich gibt es im Internet Artikel en masse zu diesem Thema, beispielsweise hier oder hier. Erstaunlich, das ist ja zweimal der selbe Artikel. Schreiben hier schon Algorithmen voneinander ab?

Wofür Machine Learning?

Oft gelesene Ansatzpunkte für Machine Learning in produzierenden Unternehmen ist die gezielte Wartung von Maschinen, die aufgrund von Sensordaten als ausfallgefährdet identifiziert werden. Ich spare mir hier Verlinkungen, es gibt tausende Links zu Werbung von Software dafür. Das wäre natürlich was für die Chemieindustrie.

Ein anderes Szenario ist die Zuordnung von Produkten zu Kunden („Käufer von A kauften auch B…“ oder „Kunde X braucht wahrscheinlich C“). Hier ist es natürlich von Vorteil, wenn man viele Daten zu Transaktionen hat, die man verwerten kann. Da sind Plattformen wie Amazon (oder… oder wer?) klar im Vorteil.

Produktentwicklung

Fallen Euch auch Szenarien für die Produktentwicklung ein? Oft bekommt man ja keine Daten vom Kunden zurück. Sinnig ist es dann, ein vernetztes Produkt anzubieten, das mir viele Daten vom Kunden zurückmeldet. Beispiele wären eine neue Generation Autos, die permanent mit ihren Herstellern sprechen, dass diese laufend Erkenntnisse in ihre Entwicklungsprozesse speisen können.

Aber was macht man mit „dummen“ Produkten, wie zum Beispiel Speiseöl oder Frostschutzmittel?

Habt ihr Ideen? Schreibt gerne in den Kommentaren.

Digitalisierung in der Chemie

In den letzten Tagen konnte man in den Nachrichten lesen, dass „Digitalisierung und vernetzte Produktion“ jetzt Teil der Ausbildung von Chemikanten wird.

Abgesehen von der mir nicht bekannten konkreten Ausgestaltung finde ich es gut, dass sich die Tarifpartner Gedanken um die fachliche Qualifikation der neuen Auszubildenden macht. Sie könnten ja einfach davon ausgehen, dass die sogenannten „digital natives“, die routiniert mit Instagram, SnapChat und Facebook umgehen können, keine weitere Be-Lehrung in Richtung Digitalisierung braucht.

Es ist ja auch das Gegenteil der Fall, vermute ich. Diese Generation sind zum großen Teil digitale Konsumenten oder im besseren Fall Produzenten, die nicht wissen wollen, wie die Technik hinter den sozialen Medien funktioniert.

Ich halte es absolut nicht für nötig, dass jeder programmieren kann, aber zumindest die Prinzipien und die Funktionsweise von grundlegenden Technologien rund ums Internet (und damit fast synonym zu xyz 3.0 oder 4.0) müssen erlernt und gelehrt werden.

Über die Herausforderungen der Digitalisierung liest man in letzter Zeit auch sehr viel, darauf möchte ich gar nicht eingehen. Aber jemand, der die Hintergründe versteht, kann eher einschätzen, was technologisch möglich und sinnvoll ist und muss nicht jedem Trend (Augmented Reality, Künstliche Intelligenz…) hinterherlaufen.

Was machen hier eigentlich die Universitäten? Auf gar keinen Fall darf man nämlich davon ausgehen, dass jemand mehr Ahnung von IT-Hinter- und Abgründen hat, nur weil eine Universität besucht hat.