Ergebnisse der GDCh-Einkommensumfrage 2019

Eine kurze Meldung aus der inoffiziellen Sommerpause des Blogs. Die GDCh hat die Ergebnisse der diesjährigen Einkommensumfrage veröffentlicht.

Die Ergebnisse werden der Fairness halber nur den Mitgliedern zur Verfügung gestellt, die an der Umfrage teilgenommen haben, daher veröffentliche ich hier natürlich auch keine Ergebnisse.

In der Rubrik Ausbildung & Karriere der GDCh gibt es aber vielleicht bald ein paar Daten.

Ein alter Post von mir gibt eine Übersicht zum Thema Gehalt. Und wer noch einen Job sucht, kann auf meine Jobkarte schauen oder selber suchen.

Genießt den Restsommer!

Worauf achten bei der Stellensuche?

Bei meiner ersten Stellensuche habe ich mich auf sehr viele unterschiedliche Stellen beworben. Ich habe hauptsächlich darauf geschaut, ob mein Profil zur Stellenbeschreibung passt. Die geographische Lage und das direkte Umfeld der Firma war mir da erstmal egal.

Das wäre heute schon deswegen anders, weil ich durch die Familie etwas eingeschränkter bin und nicht nur auf mich schauen muss. Ich will im Folgenden ohne Wertung einige Faktoren aufzählen, die man berücksichtigen kann.

Geld, Geld, Geld

Das Gehalt ist sicherlich ein wichtiger Faktor, schließlich arbeitet fast(?) niemand nur zum Spaß oder weil der Kaffee so toll schmeckt bei einer Firma. Für eine Orientierung, ob man ordentlich bezahlt wird, kann man sich die Gehaltsumfragen und die Einstiegsseite der GDCh anschauen. Auch ich schreibe immer wieder darüber mit dem Tag „#Gehalt„. Allerdings schwanken die Gehaltsvorstellungen der Unternehmen stark, z.B. auch abhängig vom Vorhandensein einer Tarifbindung oder von der Firmengröße.

Die Lage

Nicht nur beim Immobilienkauf ist die Lage wichtig. Bei der Firmenwahl muss man sich aber nicht am zukünftigen Wiederverkaufswert orientieren, man ist also nicht abhängig vom Geschmack anderer Leute, sondern kann ganz nach seinen eigenen Vorlieben gehen. Stichproben in meinem Umfeld haben ergeben, dass viele Leute z.B. Ludwigshafen für unsexy halten. Es gibt aber auch Fans der Industrieromantik und der Autobahnbrücken.

Es empfielt sich auf alle Fälle, sich vorher Gedanken zu machen, ob man sich eher in einem städtischen oder einem ländlichen Umfeld zuhause fühlt. Dann kann man seine Suche danach ausrichten.

Zu Eurer Unterstützung erstelle ich wöchentlich eine Karte mit ausgewählte StepStone-Stellenanzeigen.

Weichere Faktoren

Gerade nach dem Studium ist mancher froh, überhaupt einen Job gefunden zu haben. Später macht man sich aber mehr Gedanken. Mancher prüft dann Bilanzen und zukünftige Potentiale einer neuen Firma, andere lesen die Einträge auf Bewertungsportalen.

Das kann man tun, es empfielt sich aber, hier genauso kritisch zu sein, wie bei Produktbewertungen in Onlineshops.

Wichtiger für mich war immer die Atmosphäre beim Vorstellungsgespräch. Also ob sich die Leute grüßen, wie die Gebäude gepflegt sind, wie allgemein der Umgang miteinander ist. Aber soweit muss man ja erstmal kommen.

Umweltschutz und soziale Standards bei der Stellensuch

Das sind natürlich auch weiche Faktoren. Ich möchte von Euch wissen, ob ihr bei Eurer Stellensuche auf Umweltschutz und soziale Standards achtet, und wenn ja, was ihr da Euch anschaut. Schreibt mir gerne einen Kommentar oder auf Twitter (@stellenfuerchem) mit dem Hashtag #chemikerstellen.

Tarifabschluss 2018 in der Chemiebranche

Ende September 2018 haben sich die Tarifparteien in der Chemiebranche auf einen Tarifabschluss geeinigt:

Es gibt 3,6% mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 15 Monaten, gleichzeitig wird das Urlaubsgeld von 600 auf 1200 Euro verdoppelt. Urlaubsgeld gibt es übrigens zusätzlich zu einer Jahressonderzahlung von 95% des Monatsgehalts.

Zusätzlich gibt es Einmalzahlungen von 280 Euro. 

Laut IG BCE ist das im Schnitt eine Erhöhung von 4,6%. Das ist doch gar nicht so schlecht, oder? Interessant wäre sicher ein Vergleich mit den Renditen der Chemieunternehmen, aber ich kenne keinen Branchenindex oder ETF, der das ermöglicht. Die Inflation in Deutschland liegt aktuell übrigens bei ca. 1,8%.

Interessant ist auch, dass eine Roadmap Arbeit 4.0 vereinbart wurde:

Dazu gehört die Schaffung von Instrumenten, die Arbeitnehmern mehr Arbeitszeitsouveränität und variablere Arbeitszeiten ermöglichen.

Ich bin schon neugierig, was bei dieser Roadmap Arbeit 4.0 herauskommt.

Gehälter für Chemiker in Frankreich

Ein Leser des Blogs hat mich auf einen Artikel der Le Monde aufmerksam gemacht, der die Dauer bis zum ersten Job und die Gehälter von promovierten Akademikern verschiedener Studiengänge in Frankreich untersucht. Unter anderem wird hier auch das Gehalt für Chemiker in Frankreich verglichen.

Jobs nach 1 und 3 Jahren

Laut dem Artikel in der Le Monde sind 12 Monate nach Abschluss 79,3% der Chemiker und Materialwissenschaftler  in Lohn und Brot, nach 36 Monaten sind es 81,5%. Diese Quote ist die zweitschlechteste der untersuchten Studiengänge.  Davon arbeiten fast 50% in akademischen Bereich, 27% in der F&E im privaten Sektor. Sieht man hier die Postdocs auch?

Nettogehalt von Chemikern in Frankreich

Das Nettogehalt der Chemiker liegt bei 2000 Euro nach 12 Monaten, nach 36 Monaten sind es 2280 Euro. Dieser Wert liegt im unteren Mittelfeld. Ich kenne mich mit der Gehaltsstruktur in Frankreich nicht aus, daher kann ich diesen Wert nicht einordnen. Für Chemiker in Deutschland habe ich den Tarif als Vergleich.  Kann mir von Euch, lieben Lesern, jemand helfen? Ist das ein gutes Gehalt?

Ich könnte mir vorstellen, dass einige dieser Leute zum Zeitpunkt der Befragung bei 12 oder 36 Monaten einen oder den zweiten Postdoc mit dem entsprechend niedrigen Gehalt gemacht haben, was das ganze verzerrt…

Hat einer von Euch Daten oder Links zu solchen Artikeln aus einem anderen Land der Europäischen Union? Wenn ja, würde ich mich sehr darüber freuen, und gerne auch über eine Übersetzung :).

Vielen Dank für die Zusendung des interessanten Artikels!

 

 

 

Fachkräftemangel in der Chemie

Seit Mitte 2010 wird in Deutschland verstärkt über den „Fachkräftemangel“ berichtet. Woher der Begriff ursprünglich kommt, konnte ich bisher nicht herausfinden. Was er bedeutet, ist jedoch klar. Den Untergang der deutschen Wirtschaft, falls nichts getan wird. So ist zumindest lange der Tenor in den Medien gewesen.

Gibt es einen Fachkräftemangel in der chemischen Industrie?

Das ist die zentrale Frage, die ich hier behandeln will. Ich habe ja schon mehrfach im Blog darüber berichtet, dass es hier von Seiten der Industrie solche Aussagen gibt, z.B.  sollen 2020 bis zu 15.000 Fachkräfte in der Chemieindustrie fehlen.

Um die Frage zu beleuchten, müssen wir aber zunächst klären, was Fachkräfte sind, und dann, was ein Mangel ist.

Fachkräfte müssen nicht studiert haben

Ein Problem in der Berichterstattung ist, dass Fachkräfte oft mit studierten Arbeitnehmern gleichgesetzt werden. Dabei widerspricht dem schon das Wort Facharbeiter. Fachkräftemangel kann also durchaus unterschiedlich aufgefasst werden, z.B. auch als Mangel an Facharbeitern, Laboranten etc.

Betrachtet die Arbeitslosenstatistik im Bereich der Chemie, die ich unter Arbeitslosigkeit mehr oder weniger aktuell halte. Ihr könnt sehen, dass sich seit 2012 eigentlich wenig an der Gesamtzahl der Arbeitslosen geändert hat. Die Zahl der Arbeitssuchenden ist demgegenüber deutlich gestiegen. Auch die Zahl der arbeitslosen Experten, zu denen studierte Chemiker gerechnet werden, zeigt einen leichten Anstieg.

Sind das alles falsch qualifizierte oder zu alte Chemiker?

Angeblicher Fachkräftemangel trotz steigender Absolventenzahlen

Die GDCh betrachtet jedes Jahr die Zahlen der Chemiker an den Universitäten. Seit 2010 steigen diese Zahlen kontinuierlich.

Entwicklung der Studienzahlen in der Chemie nach Jahren. Seit 2008 steigende Zahlen.
Studiengang Chemie: Studienanfänger/innen im Diplom- und Bachelor-Studiengang (Quelle: GDCh)

Auch die Zahl der promovierenden und der Absolventen steigt dementsprechend an. Am Alter der Leute am Arbeitsmarkt kann es also nicht liegen, falls ein Fachkräftemangel vorliegt.

Nachfrage nach Chemikern

Wenn das Angebot an Chemikern so hoch ist, ist eine weitere Möglichkeit für einen Mangel eine stärker gestiegene Nachfrage. Aber auch dies ist aus den Zahlen nicht ersichtlich.

In einem Kommentar von Entropie auf einen Post  wird auf eine Studie des VCI hingewiesen. Laut dieser wird die Anzahl der Stellen in der chemischen Industrie in den nächsten Jahren eher schrumpfen.

Auch die Anzahl der großen Fusionen in den letzten Jahren deutet eher darauf hin, dass die Gesamtzahl an Jobs in der Chemieindustrie rückläufig ist.

Gehaltsentwicklung

Da der Arbeitsmarkt ja wie der Name schon sagt ein Markt ist, muss ein Mangel an Angebot sich in höheren Preisen niederschlagen. Das heißt, wir  Chemiker sollten an unserem steigenden Gehalt sehen, wie knapp wir sind. Nun ist es in Deutschland eher verpönt, über sein Gehalt zu sprechen, daher sind Daten eher knapp.

Eine Orientierung bietet die Entwicklung des Tariflohns in der Chemiebranche oder die Gehaltsumfrage der GDCh.

 

Elternzeit in der chemischen Industrie

Seit einigen Jahren werden Eltern belohnt, wenn beide Teile Elternzeit nehmen. Die Gesamtzeit des Elterngeldbezugs verlängert sich dann um zwei Monate, wenn ein Elternteil mindestens diese zwei Monate nimmt.

Wenig überraschend ist dies meist der Vater. Immerhin hat die Regelung dazu geführt, das die zweimonatige Abwesenheit inzwischen in der Industrie üblich ist.

Gehaltsunterschied durch Elternzeit?

In den aktuellen Nachrichten aus der Chemie von Dezember 2017 wird jetzt darauf hingewiesen, dass „in Chemieunternehmen […] der Gehaltsunterschied von Vätern, die Elternzeit nehmen, gegenüber durchgängig Beschäftigten höher als bei Frauen [ist]“. Außerdem beruhe der sog. Gender-pay-gap von 3% darauf, dass Frauen häufiger in Elternzeit gehen. Dies hat die Gehaltsumfrage des VAA ergeben. Hier schreibe ich mehr über das Gehalt in der chemischen Industrie.

Keine Auswirkungen bei 2000 Vätern

Es gibt allerdings auch Quellen, die die Angst zerstreuen wollen, weniger zu verdienen: Das WBZ hat eine Studie mit 2000 Vätern durchgeführt und ist zu folgendem Schluss gekommen:

Die Elternzeit wirkt sich nicht negativ auf die Löhne aus – unabhängig davon, wie lange die Väter zu Hause geblieben sind.

Auch wissenschaftliche Literatur zum Thema existiert. In der Zeitschrift für Personalpsychologie (2005), 4, pp. 116-122 werden die beruflichen Folgen beleuchtet. Das Fazit hier:

Es zeigte sich, dass bei dreijähriger Elternzeit von einem signifikant höheren Risiko negativer beruflicher Konsequenzen ausgegangen wurde als bei einjähriger Elternzeit.

Die Gesamtbetrachtung

Das sind alles leicht unterschiedliche Perspektiven, die alle nur aus Karrieresicht argumentieren. Meiner Meinung nach ist es aber sowohl für die Kinder als auch für die Gesellschaft sehr bereichernd, wenn es Eltern ermöglicht wird, länger für ihre Kinder da zu sein und vor allem Väter zumindest die zwei Monate nehmen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Elternzeit? Denkt ihr, Eure Karrierechancen haben gelitten?

Gehalt in der chemischen Industrie

Über das Thema Gehalt spricht man in Deutschland ja traditionell nicht, und in vielen Arbeitsverträgen gibt es entsprechende Geheimhalteklauseln. Diese Klauseln sind übrigens umstritten und haben oft vor Gericht keinen Bestand (siehe dieser Zeit-Artikel).

Wie komme ich aber trotz der deutschen Zurückhaltung, über Geld zu reden, an Informationen zum Gehalt in der chemischen Industrie?

Umfragen

Zur Orientierung gibt es diverse Umfragen, z.B. die jährliche GDCh-Gehaltsumfrage, über die ich schon berichtet habe (z.B. über die Gehaltsumfrage 2015 oder im Jahresrückblick 2016). Es lohnt sich sehr, dort mitzumachen. Dann bekommt man auch alle Daten, die gesammelt wurden in einer übersichtlichen Form.

In den aktuellen Nachrichten aus der Chemie, 2017, 65, 1043 wird jetzt eine VAA-Umfrage zitiert, nach der Führungskräfte in der chemischen Industrie 2016 4% mehr verdient haben als 2015, wobei man in Großunternehmen deutlich mehr verdient als in kleineren Unternehmen.

Verschiedene Stellenportale machen eigene Umfragen, die aber keinen so engen Fokus auf die Chemieindustrie haben, die ich deshalb hier auch nicht erwähne.

Weitere Quellen

Im Tarifbereich ist z.B. die IG BCE eine gute Quelle.

Wenn man mehr zu spezifischen Arbeitgebern wissen möchte, kann man auch auf Seiten wie https://www.kununu.de nachsehen. Manchmal kann man aus den Kommentaren eine Tendenz herauslesen, man sollte bei diesen Bewertungen aber vorsichtig sein. Oder man spricht Bekannte, die man auf Xing oder LinkedIn als Mitarbeiter der Unternehmen identifiziert hat, mal vorsichtig an. Dann gilt aber wahrscheinlich der erste Satz des Beitrages :).

Falls Ihr einen Job sucht, schaut gerne auf meine StepStone-Seite.

Gehälter von Azubis in der Chemie 2016

Meistens beschäftige ich mich ja weniger mit Gehältern von Azubis, sondern mit Stellen für studierte Chemiker.

Der Blick zur Berufsausbildung ist aber gerade weil momentan so viele studieren sehr interessant und kann für viele ein alternativer Einstieg in die Chemie sein. Daher finde ich folgende Zahlen interessant: Laut einer Umfrage des Bundesinstitutes für Berufsbildung verdienen Chemikanten in Westdeutschland im Schnitt 984 € pro Monat, Chemielaboranten 996 €. Diese Zahlen sind Bruttozahlen.

Zum Vergleich: Promovierende der Chemie werden typischerweise nach TVL E-13/2. bezahlt. Nach dem Gehaltsrechner Öffentlicher Dienst sind das ca. 1200 € Netto im Monat und ca. 1760 € brutto. 

Ich höre auch oft, dass Firmen keine Chemielaboranten  mehr finden und diese das auf Fachkräftemangel reduzieren. Ist dieser Berufsweg zu unattraktiv geworden?

Was meint Ihr? Stimmt die Relation? Sollten die Ausbildungsvergütungen erhöht werden?

Gehaltsumfrage für Doktoranden

Die GDCh veranstaltet bis zum 30. Juni 2016 eine Doktorandenumfrage, die auch für Nichtmitglieder offen ist. Weitere Informationen und einen Link zur Umfrage gibt es hier.
Ich zitiere:

Liebe Doktoranden, bei dieser GDCh-Umfrage geht‘s ums Geld. Um Eurer Geld!

Wenn Ihr einen Abschluss in Chemie, Biochemie, Lebensmittelchemie etc. habt, zwischen 24 und 33 Jahre alt seid und zur Zeit in Deutschland promoviert, wollen wir von Euch wissen, wie Ihr Euren Lebensunterhalt bestreitet. Die Umfrage läuft ab sofort bis zum 30. Juni 2016, ist für GDCh-Mitglieder und Nichtmitglieder offen und selbstverständlich anonym.

Mit Eurer Hilfe möchten wir einen Überblick bekommen, wie Chemie-Doktoranden in Deutschland bezahlt werden, ob es genug Stellen für sie gibt und wie viele ohne ausreichende Finanzierung promovieren müssen. Vorausgesetzt, es machen so viele Doktoranden mit, dass wir eine solide Datenbasis haben, werden wir eine Zusammenfassung der Ergebnisse auf diesen Seiten und in den „Nachrichten aus der Chemie“ veröffentlichen.

Bitte beteiligt Euch an unserer Erhebung. Es dauert nur wenige Minuten und hilft uns, mehr über die finanzielle Situation von rund 10000 Chemiedoktoranden in Deutschland zu erfahren.

Der Direktlink zur Umfrage ist: https://de.surveymonkey.com/r/GDCh-Doktorandenumfrage

Also wenn Ihr Doktoranden in der Chemie seid oder kennt, die in Deutschland promovieren, verteilt das bitte!

Bezahlung von Postdocs

Vorbild USA?

Wie Chemjobber berichtet, sollen Postdocs (unter anderen) ihre Überstunden bezahlt bekommen, wenn sie weniger als 47476 $ verdienen.. Das entspricht momentan 42.364 €. Überstunden sind dann alles, was über 40 Stunden pro Woche herausgeht. Als ich das gelesen habe, habe ich mich gefragt, was ein Postdoc ohne Stipendium in Deutschland verdient.

Situation in Deutschland

Angenommen, ein Postdoc verdient nach TV-L E13 (West), dann bekommt er in Stufe 1 ein Monatsbruttogehalt von 3438,28 € und eine Sonderzahlung von 1719,14 €, also als Gesamtbrutto 42978,50 €. Normalerweise wird man nach 12 Monaten in Stufe 2 hochgestuft, was ein Bruttogehalt von 3816,32 € und einer Sonderzahlung von 1908,16 € (Gesamt 47704 €) bedeutet (Quelle: http://oeffentlicher-dienst.info). Stimmt das ungefähr, liebe Leser?

Von einer Abrechnung der Überstunden habe ich aber noch nichts gehört.

Die Bruttogehälter zwischen Deutschland und den USA sind insofern schlecht vergleichbar, weil unterschiedliche Steuersysteme und Sozialabgaben zutreffen. In Ländern wie Spanien sind die Gehälter für Postdocs übrigens meist deutlich geringer.

Stipendien

Neben der Bezahlung nach TV-L gibt es noch die Möglichkeit, den Postdoc-Aufenthalt durch ein Stipendium zu finanzieren. Der DFG bezahlt z.B. für einen ledigen und kinderlosen Postdoc in Deutschland 2000 Euro (Quelle: Stipendienrechner des DFG, Stand 20. Mai 2016).

Weitere Möglichkeiten für ein Stipendium hat die FH Köln zusammengetragen unter https://www.th-koeln.de/mam/downloads/deutsch/forschung/stipendienbrosch%C3%BCre_fhk.pdf. Viele Stipendien für deutsche Postdocs sind für Auslandsaufenthalte gedacht, es gibt auch einige Programme für ausländische Postdocs, die nach Deutschland kommen wollen, z.B. die Postdoc-Programme der Humboldt-Stiftung. Hier konnte ich allerdings die Förderhöhe nicht herausfinden.