Wachstum schwächer

Das Wachstum wird schwächer, das sieht man zum Beispiel am CAB, das im Juli gesunken ist. Aha. Was bedeutet das für uns und was ist überhaupt das CAB? CAB ist das chemical activity barometer des American Chemistry Council (ACC), also des amerikanischen Äquivalent des BAVC (oder des VCI, ich bin mir nicht sicher).

Und im Juli ist dieses Barometer sehr leicht gefallen. Chemjobber berichtet, dass das ACC 2020 eine Rezession befürchtet.

Wie sieht es in Deutschland aus und was sagt denn der BAVC? Wird auch hier das Wachstum schwächer? Mit den Aussagen muss man vorsichtig sein, 2019 ist schließlich ein Tarifrundenjahr, also wird alles schwarz gemalt. Ich zitiere:

Für das Gesamtjahr rechnet die Branche mit Rückgängen bei Produktion (minus 3,5 Prozent) und Umsatz (minus 2,5 Prozent). „Die IG BCE muss die Wettbewerbsfähigkeit im Blick behalten, um Standort und Beschäftigung zu sichern. Dazu müssen die Entgelte stärker an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt werden“, bekräftigte [Dr. Klaus-Peter] Stiller.

https://www.bavc.de/aktuelles/1863-tarifrunde-chemie2019-ohne-wachstum-wenig-spielraum

Auch der VCI ist allerdings skeptisch, was das weitere Wachstum angeht. Im ersten Halbjahr 2019 ist wohl die Produktion um 6,5% gesunken, allerdings war der Hauptrückgang in der Pharmasparte.

Persönlich fürchte ich, dass sich eine Rezession nicht vermeiden lassen wird, die Frage ist nur der Zeitpunkt und die Stärke. Mal sehen, wie das weitergeht, und welche Auswirkungen das auf Arbeitsmarkt, Gehalt und Berufsaussichten hat.

Erwartungen in der Chemieindustrie für 2019

Hin und wieder schaue ich bei chemanager-online vorbei und lese mir durch, was dort über Bilanzen und Erwartungen in der Chemieindustrie berichtet wird. Das fließt dann auch in meine Berufssaussichten für Chemiker-Serie ein.

Neben einigen Firmen, die im laufenden Jahr mit geringeren Gewinnmargen rechnen, stand dort, dass der VCI 2019 mit einem Rückgang der Chemieproduktion rechnet.

Der VCI geht für 2019 von einem Rückgang der Chemieproduktion um 3,5 % aus. Obwohl die Erzeugerpreise im Jahresverlauf 2019 um 1 % steigen könnten, wird der Branchenumsatz voraussichtlich um 2,5 % auf 198,5 Mrd. EUR sinken, und damit unter die 200 Mrd.-EUR-Marke, die die deutsche Chemieindustrie 2018 erstmal überschritten hatte.

CHEMANAGER, siehe Link oben im Text

Bezüglich der einzelnen Firmen rechnet Lanxess mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau, Bayer möchte um ca. 4% wachsen, Covestro erwartet sinkende Margen, und die BASF möchte leicht wachsen.

Wenn man sieht, dass die Automobilindustrie momentan auch nicht gerade wächst und Leute eher nicht einstellt (VW möchte weitere 7000 Stellen abbauen) stimmt mich das eher skeptisch für das laufende Jahr.
Wer übrigens Chemie-Stellen auf einer Landkarte sehen möchte, kann das jetzt auch in diesem Blog tun.

Wo geht es hin für die chemische Industrie?

Letzte Woche war in der C&EN ein kurzer Bericht über einen Ausblick für die chemische Industrie. Das Fazit daraus war, dass es in der Industrie seit fünf Jahren bergauf geht und kein Ende in Sicht ist.

Die cefic berichtet im trend report von März übrigens auch, dass der Geschäftsklimaindex stark verbessert ist. Der Output an Chemikalien in Europa liegt jetzt über Vorkrisenniveau. Das Wachstum in 2017 lag bei 3,6%, und die Beschäftigung ging um 1,4% nach oben. Im letzten Post hatte ich über die Zahlen für Deutschland berichtet, da waren es 1,2% mehr Beschäftigung. Da zeichnet sich ein Fachkräftemangel ab, oder?

Ja, ja, dieses Mal ist alles anders…  party on! Oder ist jetzt Zeit, seine Chemie-Aktien zu verkaufen? Was meint Ihr?

Übrigens habe ich die Infos zu Karrieremöglichkeiten für Chemiker jetzt auf einer Seite gebündelt.