Wo geht es hin für die chemische Industrie?

Letzte Woche war in der C&EN ein kurzer Bericht über einen Ausblick für die chemische Industrie. Das Fazit daraus war, dass es in der Industrie seit fünf Jahren bergauf geht und kein Ende in Sicht ist.

Die cefic berichtet im trend report von März übrigens auch, dass der Geschäftsklimaindex stark verbessert ist. Der Output an Chemikalien in Europa liegt jetzt über Vorkrisenniveau. Das Wachstum in 2017 lag bei 3,6%, und die Beschäftigung ging um 1,4% nach oben. Im letzten Post hatte ich über die Zahlen für Deutschland berichtet, da waren es 1,2% mehr Beschäftigung. Da zeichnet sich ein Fachkräftemangel ab, oder?

Ja, ja, dieses Mal ist alles anders…  party on! Oder ist jetzt Zeit, seine Chemie-Aktien zu verkaufen? Was meint Ihr?

Übrigens habe ich die Infos zu Karrieremöglichkeiten für Chemiker jetzt auf einer Seite gebündelt.

 

Angestellte Chemiker in Europa

Endlich habe ich eine Informationsquelle für den Chemie-Arbeitsmarkt in Europa gefunden, auch wenn sie nicht unbedingt neutral ist und nicht auf Chemiker beschränkt:

CEFIC, der Rat der europäischen chemischen Industrie, veröffentlicht unter http://www.cefic.org/Facts-and-Figures/Employment/ Zahlen, wie viele Leute dort beschäftigt wurden. Die neuesten Zahlen stammen von 2012, damals waren noch ca. 1.2 Millionen in der Branche angestellt. Das sind laut CEFIC 25% weniger als noch 1996, als es noch 1.6 Millionen waren. Als Trost: von 2011 bis 2012 ist die Zahl der Angestellten leicht gestiegen.

Die Arbeitskosten stiegen laut dem Rat von 2001 bis 2012 um 2.8%, die Arbeitsproduktivität um 2.4%.

Zum Vergleich, die Inflation in diesem Zeitraum lag zwischen 2 und 3.2 Prozent.