Trendbericht zur Zukunft der Chemie

In den letzten Nachrichten aus der Chemie 2017, 65, 462-465 wurde von Thomas Le Blanc ein eher humorvoller (?) Rückblick auf die dreihundert Jahre vor 2167 geschrieben, also auf die Zukunft der Chemie aus unserer Sicht.

Das fand ich sehr amüsant, es steckt auch viel Nachdenkenswertes darin. Ich zitiere mal den Abstract:

Ein Rückblick zum 300‐jährigen Jubiläum der Gesellschaft Deutscher Chemiker zeigt, wie nützlich es ist, sich auf disruptive Veränderungen einzustellen. Dabei hat die Nanochemie gegenüber der Weltraumchemie gewonnen.

„Rückgeblickt“ wurde unter anderem auf die disruptive Neuausrichtung der Automobilindustrie wegen der Elektromobilität und einer Nullemissionsforderung aus der Politik. Die daraus resultierenden Herausforderungen konnte die Chemie in diesem Rückblick lösen.

Anreize aus der Politik?

Persönlich zweifle ich gar nicht daran, dass die Wissenschaft, hier plakativ die Chemie, diese Herausforderung lösen könnte. Ich fürchte nur, dass es die nötigen Anreize und Regulierungen von Seiten der Politik nicht oder zu spät und zu lasch geben wird, sodass es für die Wirtschaft keine Anreize für Veränderungen gibt. Disruptive Innovationen schaden ja typischerweise den großen etablierten Unternehmen. Diese werden sich daher so lange wie möglich mit allen Mitteln gegen solche Umwälzungen wehren, die ihnen die Geschäftsgrundlage entziehen.

Oder kann sich jemand schon ausmalen, was passieren wird/würde, wenn der Verbrennungsmotor verschwindet?

Im Moment sieht es zumindest in der deutschen Politik nicht so aus, als ob es zu einem radikalen Wandel kommt. In der Zeit konnte man vor kurzem vom Selbstbetrug der deutschen Klimapolitik lesen. Seit 2009 sei der CO2-Ausstoß kaum gesunken.

Was meint ihr?

Was meint Ihr, was ist die Zukunft der Chemie? Und warum wird die Nanochemie gewinnen?

Hoffen wir, dass viele der im Nachrichten-Artikel beschriebenen Veränderungen bis spätestens 2167 eintreffen, einem Datum, dass die meisten von uns nicht mehr erleben werden :).

Der Autor des Originalartikels ist übrigens Leiter der phantastischen Bibliothek in Wetzlar. Diese „unterstützt auch Unternehmen in ihren Foresight-Strategien“, so steht es im Originalartikel. Das finde ich sehr interessant.

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