Frauen in der Chemie

Letzte Woche war der Weltfrauentag, der jedes Jahr am 8. März begangen wird. Ursprünglich wurde dieser Tag von sozialistischen Bewegungen vorgeschlagen. Das Datum erinnert an den Streik von Arbeiterinnen, Soldatenehefrauen und Bäuerinnen, der die Februarrevolution in Russland 1917 auslöste. So zumindest steht es auf Wikipedia. Das ist der richtige Anlass, sich wieder einmal anzusehen, wie Frauen in der Chemie repräsentiert sind.

Vor einiger Zeit habe ich ja schon über den Gender Pay Gap in der Chemie geschrieben,

Fangen wir mit dem akademischen Bereich an, da gibt es verlässliche Zahlen der GDCh: 2016 waren ca. 25% der Habilitanden, 30% der Juniorprofessorinnen und ca. 28% der beendeten Habilitationen weiblich.

Der Anteil der Professorinnen steigt erfreulicherweise seit 2004 stetig von 8% auf 14%. Allerdings sind inzwischen fast 45% der Studienanfänger weiblich, da ist also noch einiges an Nachholbedarf.

Die GDCh verlinkt auch zu Institutionen für Frauen in der Wissenschaft, z.B. zum CEWS.

Und wie sieht es in der Industrie mit Frauen in der Chemie aus? Hier habe ich nicht so viele Zahlen gefunden, statista hat den Frauenanteil im Aufsichtsrat 2015 untersucht, damals waren z.B. bei Henkel 44% der Aufsichtsräte Frauen, bei der BASF 25%, bei Wintershall dagegen nur 22%.

Zahlen von 2011 bei statista zeigen einen Anteil der Gesamtbelegschaft von 36% bei Henkel, bei Bayer waren es 30%.

Und was sagen uns diese Zahlen? Zunächst mal nicht viel… Es bleibt aber ein Gefühl, dass der Frauenanteil immer geringer wird, je höher man kommt. Im Studium sind es fast genauso viele Frauen wie Männer, später werden es weniger. Aktuelles dazu habe ich nicht gefunden, nur einen Artikel über Chancengleichheit von 2008, das ist jetzt ja auch schon zehn Jahre her.

Vielleicht hat die Einführung der Elternzeit inzwischen was zur Angleichung beigetragen?

Liebe Leser, was meint Ihr zu dem Thema?

3 Gedanken zu „Frauen in der Chemie“

  1. Ich hab die Studie nicht gelesen. Die Aussage ist schon überraschend, gibt aber „nur“ eine Korrelation wieder, oder? Vielleicht gibt es dort generell mehr Stellen in der Produktion und weniger in Dienstleistungsberufen als hier, sodass ein Ausweichen auf weniger anstrengende Jobs nicht möglich ist…

    1. [Achtung, Sarkasmus] Die Studie zeigt: Je schlechter Frauen in den einzelnen Ländern versorgt und unterstützt werden, desto attraktiver werden für sie anstrengende aber potentiell gut bezahlte MINT-Karrieren. Wenn unsere Gesellschaft es für wünschenswert hält, den MINT-Frauenanteil zu erhöhen, ist das nötige Anzeizsystem klar vorgezeichnet: Das soziale Netz muss für Frauen weitmaschiger werden.

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