Der gender pay gap

In den neuen Nachrichten aus der Chemie 12/2015 habe ich Interessantes gelesen:

Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung verdienen Akademikerinnen zwischen 25 und 30 Jahren 15,2 Prozent weniger als Männer der gleichen Altersklasse. Dieser „gender pay gap“ vergrößert sich dann in der Gruppe zwischen 46 bis 50 Jahren auf 25,3%.

Mich würde interessieren, ob diese Unterschiede auch bei gleichen Berufsjahren auftreten? Oder sind sie ein Ergebnis von (un)freiwilligen Kindererziehungs-„frei“zeiten. Kennt dazu jemand Studien?

Hier steht nicht, welchen Schluss die Ersteller der Studie ziehen. Mit diesen plakativen Zahlen ist es für mich aber schwer, Handlungsempfehlungen abzuleiten. Brauchen wir Transparenz bei den Gehältern? Liegt der Unterschied daran, dass Frauen öfters Teilzeit arbeiten? Scheuen sich Unternehmen, junge Frauen einzustellen, weil diese kinderbedingt länger ausfallen könnten? Warum ist das bei jungen Männern nicht genauso?

Ist es auch eine Frage der Unternehmensgröße? Ich kann mir vorstellen, dass es in großen Unternehmen flexiblere Arbeitszeitmodelle gibt als in kleinen Unternehmen. Abwesenheiten können dann von mehr Kollegen aufgefangen werden.

Viele Fragen, vielleicht hat jemand eine Antwort auf die eine oder andere?

Wer mehr zum gender pay gap und Unterschieden zwischen Männern und Frauen am Arbeitsmarkt lesen will, kann das in einem Arbeitsmarktbericht von Juli 2015 tun: Der Arbeitsmarkt in Deutschland – Frauen und Männer am Arbeitsmarkt 2014.

2 Gedanken zu „Der gender pay gap“

  1. Manchmal (aber nur manchmal…) verderben Frauen mit ihren zu niedrigen Gehaltsforderungen einfach nur den Marktpreis. Ich (männlich, promoviert, einige Jahre Berufserfahrung in der Pharmabranche) hatte mich vor einiger Zeit bei einem Pharmakonzern für eine Stelle in der QA beworben, wobei ich mit exakt passender Berufserfahrung den Arbeitgeber im ersten Vorstellungsgespräch ziemlich begeistern konnte. Fürs zweite Vorstellungsgespräch wurde ich nicht mehr eingeladen. Über den vermittelnden headhunter konnte ich den Grund für meine Absage herausfinden: Ich hatte eine Mitbewerberin, die den Job für deutlich weniger Geld machen wollte. Wer geht denn bitteschön als Diplom-Chemiker bei mehrjähriger passender Berufserfahrung mit einem Wunschgehalt von unter(!) 45k brutto ins Rennen?

    1. Das ist ein interessanter Aspekt und es gibt auch Studien, die nahelegen, dass Frauen bei Gehaltsfragen weniger hart verhandeln. Als möglicher Grund wird genannt, dass ihnen andere Dinge wie die Arbeitsatmosphäre und die Kollegen wichtiger sind (siehe z.B. https://www.hs-pforzheim.de/De-de/Hochschule/Ansprechpartner/Gleichstellungsbeauftragte/News/Documents/Schlecht_gepokert%20%283%29.pdf). Allerdings scheint es momentan ein Überangebot an Chemikern zu geben, sodass es sicherlich einige Verzweifelte beiderlei Geschlechts gibt, die auch für unter 45.000 Euro arbeiten wollen.

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