Digitalisierung in der Chemie

In den letzten Tagen konnte man in den Nachrichten lesen, dass „Digitalisierung und vernetzte Produktion“ jetzt Teil der Ausbildung von Chemikanten wird.

Abgesehen von der mir nicht bekannten konkreten Ausgestaltung finde ich es gut, dass sich die Tarifpartner Gedanken um die fachliche Qualifikation der neuen Auszubildenden macht. Sie könnten ja einfach davon ausgehen, dass die sogenannten „digital natives“, die routiniert mit Instagram, SnapChat und Facebook umgehen können, keine weitere Be-Lehrung in Richtung Digitalisierung braucht.

Es ist ja auch das Gegenteil der Fall, vermute ich. Diese Generation sind zum großen Teil digitale Konsumenten oder im besseren Fall Produzenten, die nicht wissen wollen, wie die Technik hinter den sozialen Medien funktioniert.

Ich halte es absolut nicht für nötig, dass jeder programmieren kann, aber zumindest die Prinzipien und die Funktionsweise von grundlegenden Technologien rund ums Internet (und damit fast synonym zu xyz 3.0 oder 4.0) müssen erlernt und gelehrt werden.

Über die Herausforderungen der Digitalisierung liest man in letzter Zeit auch sehr viel, darauf möchte ich gar nicht eingehen. Aber jemand, der die Hintergründe versteht, kann eher einschätzen, was technologisch möglich und sinnvoll ist und muss nicht jedem Trend (Augmented Reality, Künstliche Intelligenz…) hinterherlaufen.

Was machen hier eigentlich die Universitäten? Auf gar keinen Fall darf man nämlich davon ausgehen, dass jemand mehr Ahnung von IT-Hinter- und Abgründen hat, nur weil eine Universität besucht hat.

Ein Gedanke zu „Digitalisierung in der Chemie“

  1. Digitalisierung und alle anderen IT-Themen haben in unserer Gesellschaft ein wesentliches Problem, bei dem dringend ein Umdenken stattfinden müsste:

    Ab der Schulzeit bis weit hinein ins Berufsleben ist das meist ein „Nerd“-Thema, mit dem sich die Leute aus Interesse beschäfigen bzw. meistens aus Desinteresse nicht beschäfigen. Der versierte Umgang mit Informationstechnologie müsste für die moderne Arbeitswelt als notwendig verstanden werden und nicht als optional.

    Da dieses Umdenken so bald nicht zu erwarten ist, stellt diese Ignoranz weiter Bevölkerungsteile auch eine Chance für die Interessieren dar. Wer auf diesen Themen fit bleibt und sich selbstständig weiterbildet, wird die nächsten Jahre am Arbeitsmarkt wertvoll bleiben.

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