Aktuelle Chemie-Startups

Auf dem Blog habe ich ja vor einiger Zeit schon überlegt, wo man chemische Startups findet, und später auch von einigen Startups berichtet. Aber diese Posts sind schon über ein Jahr alt, es ist also Zeit, über aktuelle Entwicklungen und neue Chemie-Startups zu schreiben.

PolyLabs

Auf der Chem Start-up 2019 wurde im Oktober die Firma PolyLabs als Gewinner des Awards ausgewählt. Das lettische Unternehmen sucht Rohstoffen für nachhaltige und biologische Polyurethane. Die Hauptforschungsrichtung sind biobasierte Polyole aus erneuerbaren Materialien wie Rapsöl. Wenn das konkurrenzfähige Eigenschaften zeigt, sehr interessant.

Diagsense

Diagsense ist ein israelisches Start-up, das eine Lösung anbietet, um Lecks in Pipelines zu verhindern. Dies geschieht über predictive maintenance und Daten von Sensoren. Eine gute Lösung, um Umweltkatastrophen zu vermeiden.

Braindrop

Braindrop ist ein niederländisches Startup mit der besten brandbekämpfenden Chemikalie der Erde, nach eigener Aussage. Diese wird TNF genannt und im Werbevideo versucht jemand, seine damit eingeriebene Hand zu verbrennen, schafft es aber nicht. Beeindruckend.

Sinfosy

Abschließend noch ein deutsches Startup, allerdings weniger chemielastig: Sinfosy bietet Standardlösungen für die Industrie 4.0 an, unter anderem ein Real-Time Location System, Sensoren für Maschinen zum Verfolgen von Produktionsprozessen, digitale Kommunikation für Unternehmen. Das kann für produzierende Unternehmen interessant sein, die sich schnell digitalisieren wollen.

Das war eine kleine Auswahl neuer Unternehmen, die man im weitesten Sinne als Chemie-Startups bezeichnen kann. Wenn ihr weitere kennt, freue ich mich über Eure Kommentare.

Digitalisierung in der Chemie

In den letzten Tagen konnte man in den Nachrichten lesen, dass „Digitalisierung und vernetzte Produktion“ jetzt Teil der Ausbildung von Chemikanten wird.

Abgesehen von der mir nicht bekannten konkreten Ausgestaltung finde ich es gut, dass sich die Tarifpartner Gedanken um die fachliche Qualifikation der neuen Auszubildenden macht. Sie könnten ja einfach davon ausgehen, dass die sogenannten „digital natives“, die routiniert mit Instagram, SnapChat und Facebook umgehen können, keine weitere Be-Lehrung in Richtung Digitalisierung braucht.

Es ist ja auch das Gegenteil der Fall, vermute ich. Diese Generation sind zum großen Teil digitale Konsumenten oder im besseren Fall Produzenten, die nicht wissen wollen, wie die Technik hinter den sozialen Medien funktioniert.

Ich halte es absolut nicht für nötig, dass jeder programmieren kann, aber zumindest die Prinzipien und die Funktionsweise von grundlegenden Technologien rund ums Internet (und damit fast synonym zu xyz 3.0 oder 4.0) müssen erlernt und gelehrt werden.

Über die Herausforderungen der Digitalisierung liest man in letzter Zeit auch sehr viel, darauf möchte ich gar nicht eingehen. Aber jemand, der die Hintergründe versteht, kann eher einschätzen, was technologisch möglich und sinnvoll ist und muss nicht jedem Trend (Augmented Reality, Künstliche Intelligenz…) hinterherlaufen.

Was machen hier eigentlich die Universitäten? Auf gar keinen Fall darf man nämlich davon ausgehen, dass jemand mehr Ahnung von IT-Hinter- und Abgründen hat, nur weil eine Universität besucht hat.