Daten von Job-Portalen

Letztes Jahr habe ich angefangen, bei StepStone und Indeed Jobs für Chemiker abzurufen und in einer Tabelle zu speichern mit dem Datum, wann ich sie gesehen habe. Außerdem habe ich bei StepStone (hier geht es zu Jobs von StepStone für Chemiker, sogar auf einer Landkarte) die Relevanz mit einem Deep-Learning Skript beurteilen lassen. Hier gibt es mehr zu machine learning in der Chemie.

Die Abfragen waren aber manuell und nicht sehr regelmäßig, auch wenn ich versucht habe, jede Woche dranzudenken. Um Weihnachten hab ich es aber total vergessen.

Hier erstmal die Ergebnisse:

Zeitreihe der Jobangebote

Stepstone

Anzahl der relevanten abgefragten Jobs für Chemiker von März 2019 bis April 2020 bei StepStone.

Indeed

Anzahl der relevanten abgefragten Jobs für Chemiker von Mai 2019 bis April 2020 bei Indeed.

Auswertung? Lieber noch nicht

Der Einbruch im Januar mit Peak im Februar liegt daran, dass ich im Januar fast nicht abgefragt habe und viele Jobs erst im Februar „entdeckt“. Das ist jetzt das erste Jahr und die Abfragen waren noch nicht so regelmäßig, daher möchte ich das nicht groß interpretieren. Ich muss das mal auf eine automatische Abfrage umstellen.

Was aber auch interessant ist, sind die Firmen, die am meisten Stellen ausgeschrieben haben:

Firmen mit am meisten Stellenanzeigen im Zeitraum bei StepStone.
Firmen mit am meisten Stellenanzeigen im Zeitraum bei Indeed.

Für die gesammelten Jobs scheinen bei StepStone und Indeed viele Personalagenturen aktiv gewesen zu sein, von Hays über Professional Scientists, Tempo-Team, JOB Kontor… Daher ist in dem Fall die Zuordnung zu einer konkreten Firma schwierig. Bei Indeed sind es tendenziell mehr Dienstleister, die etwas veröffentlichen, zumindest bei dieser Top10-Ansicht.

Eine Ergänzung (2020-05-12) noch dazu: Die BASF beispielsweise sucht Stellen für die jeweiligen Gesellschaften und tritt somit nicht als ein Arbeitgeber auf. Daher taucht sie hier nicht in den Top10 auf.

Das waren jetzt mal oberflächliche Auswertungen. Wollt Ihr irgendetwas dazu genauer wissen?

Jobs für Chemiker als Datenanalysten

In meiner Serie „Karrieremöglichkeiten für Chemiker“ beschreibe ich unterschiedliche Stellenprofile, in denen Chemiker arbeiten können.

Heute möchte ich hier über Chemiker als Datenanalysten schreiben. Anlass ist eine Stelle bei der BASF-Tochter trinamiX, die einen Data Scientist für Chemometrie sucht.

Wo arbeiten Chemiker als Datenanalysten?

Damit wäre auch schon ein Teil der ersten Frage beantwortet. Datenanalysten können in großen Chemiefirmen arbeiten, z.B. bei der Entwicklung von Sensoren und Analysesystemen. Aber auch in der Produktion wird die Analyse von Daten immer wichtiger.

Ein Stichwort hier ist die Digitalisierung, über die ich schon einiges geschrieben habe. Für Machine Learning werden eine Menge Trainingsdaten benötigt, die schon analysiert wurden, sei es für predictive maintenance oder für eine schnellere Entwicklung.

Ich stelle mir vor, dass Datenanalysten auch im Pharmabereich gesucht werden, um beispielsweise die Daten von klinischen Studien auszuwerten. Primär ist das natürlich die Aufgabe von Medizinern und Medizininformatikern, aber für erfahrene Pharmachemiker gibt es dort auch eine Daseinsberechtigung.

Ein anderer Weg für Naturwissenschaftler wäre, bei einer Bank oder Versicherung als Analysten anzufangen. Darum soll es aber in diesem Beitrag nicht gehen.

Wie ist die typische Stellenbeschreibung?

Eine typische Stellenbeschreibung zu ermitteln, ist schwierig. Das liegt auch an der immer wichtigeren Rolle, die Daten in der Industrie spielen werden.

Ich denke aber, dass neben einem soliden chemischen Verständnis Kenntnisse der Statistik, der Datenanalyse und -modellierung und Erfahrungen im Machine Learning wichtig sind bzw. werden.

Dazu ist es meiner Ansicht nach nötig, sich mit Datenbanken (SQL, …) und Programmierung (Python, R…) auszukennen.

Zusätzlich muss das Spezialgebiet, dessen Daten analysiert werden sollen, eine Kernkompetenz sein.

Mehr über Datenanalyse könnt ihr auf WILA lesen.

Wie finde ich Stellen?

Meine Prognose ist, dass man sich als Berufseinsteiger schwer tun wird, eine solche Stelle zu besetzen. Gerade die Kompetenz im zu analysierenden Gebiet muss man sich im Beruf erwerben. Ansonsten gibt es inzwischen auf den einschlägigen Portalen Stellenausschreibungen, beispielsweise auch auf meiner StepStone-Seite.

Falls ihr eher geographisch Jobs suchen wollt, schaut auf meine Job-Karte.