Gedanken in der Krise

Im Moment fahren wir ja alle auf Sicht, was die Corona-Krise angeht. Spezifische Dinge zur Chemieindustrie kann ich hier nicht verkünden, da schaut z.B. besser zur GDCh-Seite zu Corona.

Wie viele Leute verfolge ich die Krise in der Presse ziemlich detailliert, dabei sind mir ein paar Gedanken gekommen, die ich hier gerne zur Diskussion stellen möchte.

Staat und Steuern

  • Die Bundesregierung stellt erhebliche Mittel über Garantien, Kredite und Cash zur Verfügung, um Unternehmen zu retten. Allerdings ist es in Bayern scheinbar so, dass nur Betriebsausgaben erstattet werden und gerade Freiberuflern und Selbständigen nur geholfen wird, wenn diese keine Ersparnisse haben. Hilfen gibt es dann für die Betriebsausgaben, für die persönlichen Dinge („Gehalt“) muss man Grundsicherung („Hartz-4“?) beantragen. Ist das korrekt?
  • Ist das ein weiterer Grund, auch Selbständige und Freiberufler in die gesetzlichen Sicherungssysteme zu zwingen (ja, Beamte auch…), also in gesetzliche Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung? Mit welchen Argumenten wehren sich denn die Betroffenen? Natürlich würden deren Angebote dann teurer werden, aber es würde mehr Puffer aufgebaut werden können, für solche Extremsituationen. Die „realen“ Kosten wären dann besser abgebildet. Oder?
  • Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich einen persönlichen Liquiditätspuffer von drei Monaten aufzubauen, auch die sogenannten „Geringverdiener“. Wenn das nicht klappt, sind die Löhne vielleicht zu niedrig?
  • Wird das Gesundheitswesen wieder mehr als Grundversorgung gesehen und weniger als zu optimierendes profit center? Mit Reserven und mehr Blick auf Prophylaxe und Prävention?

Unternehmen

  • Wird diese Krise zu mehr Automatisierung führen? Mehr SB-Kassen, oder gar keine Kassen mehr, in der Produktion weniger Menschen? Vielleicht auch weniger Menschen in den Büros?
  • Wird es mehr Flexibilität geben, Stichwort Homeoffice? (Ich persönlich bin da leider pessimistisch)
  • Werden die Lieferketten wieder regionaler?

Bürger

  • Wie können wir solchen Pandemien zukünftig vorbeugen, abgesehen von den finanziellen Fragen, die ich oben zum Teil schon angeschnitten habe? Ich denke jetzt nicht daran, einen Klopapiervorrat anzulegen. Aber werden wir zukünftig alle Masken tragen, nicht mehr ins Stadion gehen?
  • Oder ist das alles nach ein paar Jahren wieder vergessen?
  • Was nehmen wir mit? Ein Gefühl von Solidarität, weil die ganze (erste und zweite) Welt das gleiche Problem hatte? Oder ziehen wir uns auch geistig in unseren Nationalstaat und unsere Wohnungen zurück?

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Ein Gedanke zu „Gedanken in der Krise“

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