Die Supply Chain und das Coronavirus

Seit einigen Wochen grassiert vor allem in China ein neues Coronavirus, SARS-CoV-2. Noch immer ist einiges unklar, daher werde ich hier nichts über das Virus schreiben. Den aktuellen Stand aus deutscher Sicht kann man auf Seiten des Bundesgesundheitsministeriums nachlesen.

Was deutlich sichtbar ist, ist die chinesische Reaktion auf den Ausbruch. So wurde das chinesische Neujahrsfest verlängert, die Stadt Wuhan abgeriegelt und ein Propagandakrieg gegen das Virus gestartet.

Auswirkungen des Coronavirus auf die Supply Chain

Ich habe schon einiges über vermutete Auswirkungen des Coronavirus gelesen. China ist ein Zentrum der chemischen Wirkstoffproduktion, daher wird befürchtet, dass es „schlimmstenfalls“ Medikamenten- und Antibiotikaengpässe geben könnte (SZ). Diese Engpässe gab es aber auch schon vorher, daher ist die Frage, wie man hier eine Ursache zuordnen kann. Eventuell soll das Coronavirus hier auch nur als Sündenbock dienen…

Natürlich könnten auch Lieferketten in der Elektroindustrie, der Textilbranche oder der Chemie unterbrochen werden. Bisher ist aber noch nichts gravierendes bekannt geworden.

Laut Chemanager „hamstern“ einige Unternehmen schon, allerdings scheint sich das im Artikel zu relativieren. Gehamstert werden wohl Mundschutzmasken (hoffentlich für Coronaviren geeignet), 9% der Unternehmen haben Lieferengpässe, die aber nicht zum Produktionsstillstand führen.. Leider kenne ich den normalen Anteil nicht, aber der Chemanager wohl auch nicht…

Relevant ist für Deutschland auch ein möglicher Konsumausfall in China, vor allem bei Autos und Maschinen. Da solche Anschaffungen aber meistens nur aufgeschoben werden, würde nach Ende der Krise nachgekauft werden.

Also alles nicht so schlimm? Das wird sich zeigen und hängt natürlich vom weiteren Verlauf der Epidemie und vom Risikomanagement der Unternehmen und Regierungen ab.

Noch ändert sich auch meine Prognose für 2020 nicht.