Längere Übergangsfrist für Brexit

Da atmen sicher auch einige Chemieunternehmen auf: Der harte Brexit kommt nicht (sofort), es soll eine 18-Monatige Übergangsfrist geben, bevor die Briten aus dem Binnenmarkt fliegen.

Das ist aber noch nicht ganz sicher, das Austrittsabkommen muss dafür auch noch fertig werden, und das ist noch nicht zu Ende verhandelt.

Das ist besonders gut für Unternehmen, weil die besser planen können. Mehr Infos zum Brexit und der Chemieindustrie gibt es auf den Seiten des VCI.

Das war es heute auch schon. Ich habe leider nicht viel Zeit zu Schreiben.

Frauen in der Chemie

Letzte Woche war der Weltfrauentag, der jedes Jahr am 8. März begangen wird. Ursprünglich wurde dieser Tag von sozialistischen Bewegungen vorgeschlagen. Das Datum erinnert an den Streik von Arbeiterinnen, Soldatenehefrauen und Bäuerinnen, der die Februarrevolution in Russland 1917 auslöste. So zumindest steht es auf Wikipedia. Das ist der richtige Anlass, sich wieder einmal anzusehen, wie Frauen in der Chemie repräsentiert sind.

Vor einiger Zeit habe ich ja schon über den Gender Pay Gap in der Chemie geschrieben,

Fangen wir mit dem akademischen Bereich an, da gibt es verlässliche Zahlen der GDCh: 2016 waren ca. 25% der Habilitanden, 30% der Juniorprofessorinnen und ca. 28% der beendeten Habilitationen weiblich.

Der Anteil der Professorinnen steigt erfreulicherweise seit 2004 stetig von 8% auf 14%. Allerdings sind inzwischen fast 45% der Studienanfänger weiblich, da ist also noch einiges an Nachholbedarf.

Die GDCh verlinkt auch zu Institutionen für Frauen in der Wissenschaft, z.B. zum CEWS.

Und wie sieht es in der Industrie mit Frauen in der Chemie aus? Hier habe ich nicht so viele Zahlen gefunden, statista hat den Frauenanteil im Aufsichtsrat 2015 untersucht, damals waren z.B. bei Henkel 44% der Aufsichtsräte Frauen, bei der BASF 25%, bei Wintershall dagegen nur 22%.

Zahlen von 2011 bei statista zeigen einen Anteil der Gesamtbelegschaft von 36% bei Henkel, bei Bayer waren es 30%.

Und was sagen uns diese Zahlen? Zunächst mal nicht viel… Es bleibt aber ein Gefühl, dass der Frauenanteil immer geringer wird, je höher man kommt. Im Studium sind es fast genauso viele Frauen wie Männer, später werden es weniger. Aktuelles dazu habe ich nicht gefunden, nur einen Artikel über Chancengleichheit von 2008, das ist jetzt ja auch schon zehn Jahre her.

Vielleicht hat die Einführung der Elternzeit inzwischen was zur Angleichung beigetragen?

Liebe Leser, was meint Ihr zu dem Thema?

Chemische Startups treffen sich

In einem früheren Beitrag hatte ich mich schon mit der Frage beschäftigt, wo man chemische Startups findet. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich etwas schwer getan, chemische Startups im Internet zu finden. Umso erstaunter war ich über meinen Zufallsfund.

Letzten Juni gab es das erste Strategietreffen der Chemie(wende) Startup Szene. Das konnte ich der Website von Cascat entnehmen. Meine weitere Suche im Internet hat leider nichts zu diesem Treffen zu Tage gebracht. Es gibt zwar einen weiterführenden Link auf der Webseite, der führt aber nur zu einer Übersichtsseite von https://deutschestartups.org.

Unter dem Tag Chemie ist dort Stand 4. März 2018 übrigens nur ein Unternehmen zu finden, und zwar eines, das einen webbasierten Chemiebaukasten entwickelt hat.

Liebe Leser, hat jemand von Euch mehr Informationen zu diesem Treffen?

Angriff der Roboter? Automatisierte Synthese

Ich möchte Euch kurz darauf aufmerksam machen, dass Ende Januar Derek Lowe auf seinem Blog In the Pipeline über einen Artikel berichtet hat, der um die Fortschritte der automatisierten Synthese in der organischen Chemie geht (Link zum Originalartikel).

In dem Paper werden Ansätze vorgestellt, wie Roboter und Computer bald den typischen bench chemist ersetzen könnten. Der Beitrag ist durchaus kontrovers, genauso wie die Diskussion von Derek Lowe.

Ich persönlich kann mir das für die nächsten paar Jahre noch nicht vorstellen, aber was meint Ihr denn? Seht Ihr vielleicht sogar Euren Job durch diese Entwicklungen bedroht oder wärt Ihr froh über die Arbeitserleichterung?

Chemielehrer als Quereinsteiger

Habt Ihr Euch auch schon mal überlegt, Chemielehrer zu werden? Gerüchteweise hat man da ja viel frei und wenn man Glück hat, wird man sogar verbeamtet. Es gibt viele Vorurteile über das Lehrersein, und ich glaube, dass es schwerer ist, als man denkt.

In den aktuellen Nachrichten aus der Chemie gibt es einen Artikel über die Möglichkeit, als Quereinsteiger Lehrer zu werden. Dort wird auch betont, dass diese Möglichkeit nicht in allen Bundesländern besteht, da es z.B. in Bayern keinen Mangel an Chemielehrern gibt.

Wenn man eine Stelle gefunden hat, kann es sein, dass man das Referendariat nachholen muss, manchmal wird aber auch ein direkter Einstieg angeboten.

Wer daran interessiert ist, Lehrer zu werden, sollte diesen Artikel lesen und auch noch auf meiner Seite über Jobs für Chemiker als Lehrer vorbeischauen.

Tarifverträge in anderen Branchen

Über die Tarifabschlüsse in der Chemie schreibe ich  immer wieder. Manchmal lohnt aber auch ein Blick über den Tellerrand, um zu sehen, welche Tarifverträge andere Branchen abschließen.

Vor kurzem haben sich die Tarifpartner in der Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Neu an der Tarifauseinandersetzung war, dass die Gewerkschaft nicht hauptsächlich für mehr Geld, sondern für mehr Zeit gestritten hat.

Die Einigung besteht jetzt darin, dass Beschäftigte temporär ihre Arbeitszeit auf 28 h reduzieren können und ein Recht auf Rückkehr in Vollzeit haben. Das hilft z.B. Eltern oder Kindern, die Eltern pflegen müssen.

Für die Arbeitgeber ist dabei gut, dass mehr Beschäftigte länger als 35 h arbeiten dürfen.

Außerdem gibt es 4.3 % mehr Lohn, Einmalzahlungen und das Urlaubsgeld wird erhöht.

Weitere Infos hat z.B. die ZEIT.

Das klingt gut für die Arbeitnehmer in dieser Industrie, oder was meint Ihr?

Neue chemische Startups

In meinem Beitrag Wo finde ich chemische Startups? bin ich ja schon kurz auf die Szene der Chemie-Startups  eingegangen. Ich möchte jetzt in loser Reihenfolge immer mal wieder ein paar neue chemische Startups vorstellen.

Numaferm

Numaferm ist mir in einer der letzten Ausgaben der C&EN aufgefallen. Die Firma hat einen neuen Weg entwickelt, Peptide herzustellen. Das besondere an diesem Weg ist, dass er viel billiger ist, als die bisherigen Methoden, da E. coli zur Synthese rekrutiert wird.

Natürlich können wir jetzt darüber streiten, ob das wirklich Chemie ist oder nicht eher Biotechnologie, aber das soll hier egal sein. Die Grenzen zwischen den Bereichen werden immer durchlässiger.

CASCAT

Das Unternehmen CASCAT ist mir aufgefallen, weil es auf der Website der Handelsblatt Jahrestagung Chemie 2018 erwähnt wird. Auf der Jahrestagung geht es (natürlich) um Chemie 4.0.

CASCAT leitet sich von „cascades in catalysis“ ab. Das Unternehmen möchte chemisch und biologisch katalysierte Reaktionen kombinieren und so Produktionsprozesse optimieren.

Im Moment sucht das Unternehmen Leute, die Masterarbeiten schreiben wollen.

Aufruf

Habt Ihr ein eigenes Startup und möchtet im Blog erwähnt werden, oder fällt Euch ein interessantes und neues chemisches Startup ein, über das ich kurz schreiben soll? Dann schreibt mir einfach einen Kommentar!

Oder seid Ihr am Gründen und sucht einen Chemiker? Auch dann freue ich mich über einen Kommentar.

Jobs für Chemiker als Journalist

In der Serie „Jobs für Chemiker“ möchte vorstellen, wo Chemiker überall arbeiten können. In diesem Teil geht es um Jobs für Chemiker als Journalist. Eine Übersicht über alle Teile möchte ich mit der Zeit unter Karrieremöglichkeiten für Chemiker zusammenstellen.

Wo kann ein Chemiker als Journalist arbeiten?

Eine logische Aufgabe für Chemiker wäre die Arbeit als Fachjournalist z.B. bei Wissenschaftszeitschriften oder großen Tages- und Wochenzeitungen. Vorstellbar wäre auch die Arbeit in Mitarbeiterzeitschriften oder in der PR-Abteilung von chemischen Unternehmen.

Allerdings wandelt sich das Arbeitsumfeld gerade stark, Online-Journalismus wird immer wichtiger, vieles wird inzwischen im Internet veröffentlicht, teilweise im Selbstverlag.

Wie ist die typische Stellenbeschreibung?

Es gibt wahrscheinlich keine typische Stellenbeschreibung. Wichtig ist natürlich der Spaß am geschriebenen Wort, und die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte in ein gutes und verständliches Deutsch oder Englisch zu fassen.

Außerdem schadet Erfahrung im Formulieren von Texten bestimmt auch nicht. Gelegenheiten, diese zu sammeln, sind Praktika bei Zeitungen wie den Nachrichten aus der Chemie oder C&EN.

C&EN z.B. sucht jedes Jahr „editorial fellows“ (Link für 2018), die sechs Monate bezahlt in Vollzeit für die Zeitschrift schreiben und dafür nach Washington kommen.

 

Gehälter für Chemiker in Frankreich

Ein Leser des Blogs hat mich auf einen Artikel der Le Monde aufmerksam gemacht, der die Dauer bis zum ersten Job und die Gehälter von promovierten Akademikern verschiedener Studiengänge in Frankreich untersucht. Unter anderem wird hier auch das Gehalt für Chemiker in Frankreich verglichen.

Jobs nach 1 und 3 Jahren

Laut dem Artikel in der Le Monde sind 12 Monate nach Abschluss 79,3% der Chemiker und Materialwissenschaftler  in Lohn und Brot, nach 36 Monaten sind es 81,5%. Diese Quote ist die zweitschlechteste der untersuchten Studiengänge.  Davon arbeiten fast 50% in akademischen Bereich, 27% in der F&E im privaten Sektor. Sieht man hier die Postdocs auch?

Nettogehalt von Chemikern in Frankreich

Das Nettogehalt der Chemiker liegt bei 2000 Euro nach 12 Monaten, nach 36 Monaten sind es 2280 Euro. Dieser Wert liegt im unteren Mittelfeld. Ich kenne mich mit der Gehaltsstruktur in Frankreich nicht aus, daher kann ich diesen Wert nicht einordnen. Für Chemiker in Deutschland habe ich den Tarif als Vergleich.  Kann mir von Euch, lieben Lesern, jemand helfen? Ist das ein gutes Gehalt?

Ich könnte mir vorstellen, dass einige dieser Leute zum Zeitpunkt der Befragung bei 12 oder 36 Monaten einen oder den zweiten Postdoc mit dem entsprechend niedrigen Gehalt gemacht haben, was das ganze verzerrt…

Hat einer von Euch Daten oder Links zu solchen Artikeln aus einem anderen Land der Europäischen Union? Wenn ja, würde ich mich sehr darüber freuen, und gerne auch über eine Übersetzung :).

Vielen Dank für die Zusendung des interessanten Artikels!