Ein Forum für Chemie-Startups

Deutschland ist nicht für seine vielen Chemie-Startups bekannt, eher für Tanker wie die BASF oder Bayer. Eine Initiative von u.a. GDCh, Dechema, VCI und dem High-Tech Gründerfonds möchte das jetzt ändern.

Treffenderweise nennt sich die Initiative Forum Startup Chemie. Hier ein Auszug aus der Website:

Unser Hauptziel ist es, die Anzahl und die Erfolgswahrscheinlichkeit junger innovativer Chemieunternehmen durch einen unkomplizierten Zugang zu etablierten Unternehmen, Infrastrukturen, Informationen und Investoren deutlich zu erhöhen.

Website forum-startup-chemie.de

Meiner Meinung nach ist es schwieriger ein chemisches Startup zu gründen, als z.B. ein Startup in der IT. Bei ersterem wird deutlich mehr Startkapital benötigt. Aber vielleicht täusche ich mich in dem Punkt auch, weil meine Fantasie nicht ausreicht (das meine ich nicht ironisch).

Auf alle Fälle ist es ein gutes Ziel, mehr Startups in der Chemie haben zu wollen und diese mit bereits etablierten Startups oder Unternehmen zusammenzubringen. Es muss ja nicht jeder den gleichen Fehler machen…

Ich bin gespannt, ob man noch mehr von diesem Netzwerk hört.

Umweltschutz, das Image und der Braunkohleabbau

Es war ein Mal ein Staat, der sich als Weltmeister im Umweltschutz fühlte… So könnte eine Erzählung losgehen, in der es um das Verhältnis Deutschlands zu Umweltschutz und Klimaerwärmung geht.

Ein Symbol für diese kognitiv dissonante Einstellung ist die seit Donnerstag den 13.9.2018 laufende Räumung des Hambacher Forsts. Der Hambacher Forst ist ein Waldgebiet in NRW, unter dem anscheinend Braunkohle „lagert“. RWE möchte diese im Tagebau abbauen und so würde der Wald verschwinden.

Aber war da nicht etwas mit dem Klimaschutz? Deutschland hatte sich doch verpflichtet, bis 2020 40% weniger CO2 auszustoßen als 1990.  Und die Braunkohleverstromung ist eine der CO2-intensivsten Möglichkeiten der Energiegewinnung.

Die Politik steht scheinbar geschlossen hinter dem Konzern, anders als einige Bürger, die aus Sorge um den Wald, ihre Heimat und aufgrund der meiner Meinung nach verlogenen Klimapolitik der Bundes- und Landesregierung einen Teil des Waldes besetzten.

Jetzt wurde aufgrund von Brandschutzbestimmungen (Ironie?) die Räumung des Waldes angeordnet. Die ZEIT erinnerte schon Ende August an Wackersdorf, das zum Symbol des Widerstands gegen die Stromerzeugung mit Atomkraftwerken wurde.

Wer darüber mehr wissen will, kann in quasi jeder Zeitung nachlesen. Und was hat das mit Chemie zu tun? Direkt erstmal nichts, ich denke mir nur, dass es ganz abgesehen von der Klimaerwärmungsproblematik fahrlässig ist, nicht-nachwachsende Ressourcen zu verbrennen. Vielleicht bräuchten wir Chemiker die in ein paar Jahrzehnten z.B. um Kunststoffe, Medikamente oder andere Materialien zu erzeugen. 

Außerdem macht mir der Widerspruch zwischen den Lippenbekenntnissen zum Umweltschutz und der Realität zunehmend Sorgen. Man denke nur an Verkehrspolitik (Auto vs. Bahn, Tempolimits, Dienstwagen,…), Agrarpolitik (riesige subventionierte Tierfabriken, überall nur Maismonokulturen für Biogasanlagen) und die immer wieder verfehlten CO2-Einsparziele.

Dafür ist der Hambacher Forst (früher war es ein Wald, jetzt sind wohl schon 3900 ha von 4100 ha gerodet) ein „schönes“ Symbol.


Jobs für Chemiker als Atmosphärenchemiker

In diesem Teil der Serie „Jobs für Chemiker“ möchte ich vorstellen, wie und wo Chemiker als Atmosphärenchemiker arbeiten können.

Wo arbeiten Atmosphärenchemiker in der Wirtschaft?

Als Atmosphärenchemiker kann man beispielsweise bei Wetterstationen arbeiten, um dort Messungen von Atmosphärengasen durchzuführen oder weiterzuentwickeln. Diese Messungen müssen auch analysiert werden bzw. müssen Modelle entwickelt und angepasst werden, die die jeweiligen Messwerte erklären können. Dafür sollte man dann aber schon Erfahrung mit Modellierung haben.

Rund um diese Tätigkeiten ist Qualitätsmanagement erforderlich, und da man gerade als Atmosphärenchemiker eingebunden in einem Netzwerk von Forschungs- und Messstationen arbeitet, ist es wichtig, dass man sich präsentieren kann.

Neben dem Atmosphärenklima beschäftigen sich immer mehr Atmosphärenchemiker auch mit Innenraumluft. Im Zeitalter der immer besser isolierten Häuser ist nämlich zu befürchten, dass auch der Schadstoffgehalt steigen kann. Allerdings sind solche Stellen eher in Forschungsinstituten zu finden.

Eventuell gibt es noch Stellen in den Behörden, die für Abgasüberwachung zuständig sind. Hier wird es hauptsächlich um Emissionsmessungen gehen, weniger um Modellierung.

Gibt es eine typische Stellenbeschreibung?

Ich habe aktuell keine Stellenbeschreibung gefunden, ich vermute jedoch, dass es nicht viele dieser Stellen gibt. Wenn Ihr eine Beschreibung findet, schickt mir einfach den Link in einem Kommentar.

Wie finde ich die Stellen?

Ich vermute, dass gerade hier persönliche Kontakte helfen, um herauszufinden, wo eine solche Stelle gerade offen ist. Zwar kann man auch bei StepStone oder direkt z.B. beim DWD suchen, aber dort findet man nur sehr wenig.

Explosion bei Bayernoil

Am Samstag, den 1.9.2018 kam es zu einer Explosion bei Bayernoil auf dem Gelände in Vohburg bei Ingolstadt. Diese hat dann einen Großbrand ausgelöst. Mindestens neun Mitarbeiter sind verletzt. Viele Anwohner wurden evakuiert. Die Ursache ist noch unklar, jetzt soll das LKA ermitteln.

Bayernoil raffiniert Rohöl zu Benzin, Heizöl, Kerosin etc. Weitere Infos gibt es z.B. beim Handelsblatt, Onetz oder der Welt. Ich bin gespannt, was hier als Unfallursache ermittelt wird und möchte hier nicht spekulieren. Wenn die Ursache feststeht, können wir sie ja hier diskutieren.

In der Vergangenheit gab es schon Zwischenfälle in deutschen Raffinerien, z.B. kam es 2010 zu einer Explosion in der Methanol-Anlage der Total-Raffinerie bei Leuna. Diese wurde damals durch eine stark exotherme Reaktion und daraus resultierendem Rohrriss ausgelöst. 2017 kam es in der gleichen Raffinerie zu einem Schwelbrand bei Wartungsarbeiten.

Wer mehr über Chemiekatastrophen wissen möchte, kann sich z.B. die Liste der Chemiekatastrophen bei Wikipedia anschauen oder für Deutschland eine Handelsblatt Fotostrecke von 2016 ansehen.

Jobs für Chemiker am 13. August 2018

Mit diesem Stellenpost verabschiede ich mich bis Ende August in die Sommerpause. Ich wünsche allen, die gerade auf der Suche nach einem Job sind, viel Erfolg und hoffe, dass ich mit diesen drei Stellen helfen kann:

Mit * gekennzeichnete Links sind StepStone-Affiliate-Links. Unter StepStone-Stellen gibt es weitere Chemiker-Jobs von StepStone.

Unter Arbeitslosigkeit trage ich die Arbeitsmarktdaten für Chemiker der Agentur für Arbeit auf.

Ferienlektüre

Das ist ein bisschen off-topic, aber im Moment sind ja Sommerferien und vielleicht braucht noch jemand von Euch eine Ferienlektüre.

Das Buch, das ich vorschlage, ist nicht chemisch. Es heißt Hochdeutschland von Alexander Schimmelbusch. Der Autor ist ein ehemaliger Investmentbanker, der seine Hauptperson in diesem Beruf arbeiten lässt. Diese langweilt sich in ihrem Erfolg und gründet dann zufällig eine Partei der radikalen Erneuerung (oder so ähnlich…).

Man kann das Buch als Satire über die gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland lesen und es lustig finden. Gleichzeitig war mir immer auch ein bisschen zum Weinen.


Ihr könnt ja die Rezension in der ZEIT lesen und dann entscheiden, ob ihr das Buch auch lesen wollt.

Jobs für Chemiker am 6. August 2018

Da es letzte Woche einige interessierte Leser gab, habe ich heute wieder neue offene Stellen für Euch.

Viel Erfolg beim Bewerben wünsche ich.

Mit * gekennzeichnete Links sind StepStone-Affiliate-Links. Unter StepStone-Stellen gibt es weitere Chemiker-Jobs von StepStone.

Unter Arbeitslosigkeit trage ich die Arbeitsmarktdaten für Chemiker der Agentur für Arbeit auf.

Gehaltsumfrage 2017 der GDCh

Die Gehaltsumfrage 2017 der GDCh ist jetzt ausgewertet.

Die detaillierten Auswertungen bekommen nur Personen, die bei der Umfrage mitgemacht haben. Das ist ein Anreiz, um mitzumachen, den ich nicht aushöhlen möchte (wahrscheinlich würde ich auch Ärger kriegen, wenn ich es täte).

Ich habe aber schon ausführlicher über das Gehalt in der chemischen Industrie geschrieben und auch über die alten Gehaltsumfragen (z.B. 2014 mit Grafiken) berichtet.

Habt Ihr allgemeine Fragen zum Gehalt von Chemikern? Schreibt gerne einen Kommentar.

Jobs für Chemiker am 23. Juli 2018

Zur Abwechslung möchte ich heute wieder auf ein paar Jobs für Chemiker hinweisen.

Vielleicht war ja was dabei. Schreibt mir auch gerne einen Kommentar, wenn Ihr diese Art Posts gut findet, und lasst Euch von den DSGVO-Hürden nicht abschrecken.

Mit * gekennzeichnete Links sind StepStone-Affiliate-Links. Unter StepStone-Stellen gibt es weitere Chemiker-Jobs von StepStone.

Unter Arbeitslosigkeit trage ich die Arbeitsmarktdaten für Chemiker der Agentur für Arbeit auf.

Anfängerzahlen für Chemiestudiengänge 2017

Die jährliche GDCh-Auswertung zu den Studierendenzahlen für Chemiestudiengänge ist jetzt für 2017 erschienen. Für 2016 hatte ich an dieser Stelle schon berichtet.

Die Ankündigung der GDCh ist hier zu finden.

Vielen Dank an dieser Stelle an die GDCh für das zur Verfügung stellen der Abbildungen.

Die Zahlen der Chemiestudierenden

Wie schon im letzten Jahr bleibt die Anfängerzahl auf hohem Niveau stabil, ca. 7000 Personen haben ein Chemiestudium begonnen.

 

Anfängerzahlen in der Chemie bis 2017
Anfängerzahlen in der Chemie (Quelle: GDCh Statistik der Chemiestudiengänge 2017).

Auch die Zahl der Promotionen hat sich wohl beim Stand von 2000 eingependelt, dieses Jahr markiert einen neuen Höchststand mit leicht höheren Werten als im Vorjahr.

Promotionen in der Chemie (Quelle: GDCh Statistik der Chemiestudiengänge 2017).

Im letzten Jahr hatte ich ja die Prognose gewagt, dass diese Zahl noch einige Jahre so hoch bleibt:

Wenn man ca. 10 Jahre bis zur fertigen Promotion rechnet und sonst alles gleich bleibt, dann bleiben die Promotionen ein paar Jahre auf dem Niveau und steigen dann weiter an. Aber das ist nur ein Blick in die Kristallkugel.

Das Fazit

Laut dem Artikel in den Nachrichten aus der Chemie haben es Berufseinsteiger weiter schwer, 11% der Absolventen sind stellensuchend, 20% befristet beschäftigt. Die Zahlen etwas besser als die von 2016, wie signifikant dieser Unterschied ist, weiß ich allerdings nicht.