Der Strompreis und die Decarbonisierung
Die Industrie muss als Sektor bis 2045 (oder 2050, je nach Ziel) decarbonisiert werden. Das heißt, das Erdöl, Kohle und Erdgas nicht mehr als Energieträger zur Verfügung stehen. 2020 wurde als Zwischenziel bis 2030 eine Reduktion um 55% als Ziel fixiert, wie ich damals in Stromversorgung 2030 in der Chemie geschrieben habe.
In Wärmeerzeugung in der Chemieindustrie habe ich 2023 geschrieben, dass ca. 100 TWh Gas ersetzt werden müssen, und dass Wärmepumpen dafür ideal wären.
Wärmepumpen benötigen Strom, um Wärme aus der Umwelt zu entnehmen. Für 1 kW Strom entstehen je nach Effizienz ca. 3 kW Wärmeenergie. Der Einsatz für Unternehmen lohnt sich also, wenn die Kosteneinsparungen durch den Strom in der für das Unternehmen tolerierbaren Amortisationszeit höher sind als die Investition. Einsparungen gibt es nur, wenn der Strompreis (inklusive aller zusätzlichen Steuern, Netzentgelten und sonstigen Kosten) unter dem dreifachen des Gaspreises pro kWh ist.
Zusätzlich trägt das Unternehmen noch das Risiko, dass es einen etablierten Prozess verändern muss.
Aus meiner Sicht ist es daher die Aufgabe der Politik, den Strompreis für Unternehmen (ähnliches gilt aber auch für Privathaushalte) so niedrig zu halten, dass sich Investitionen in Wärmepumpen und Elektrifizierung in den meisten Fällen lohnen. Dann muss man auch nicht mehr groß die Investition fördern und spart sich Bürokratie.
Entwicklung der Preise
Ich habe auf der Webseite Stromvermittlung eine mittlere Strompreisprognose und beim Wärmenetz Wunsiedel eine Gaspreisprognose bis 2040 gefunden und von dort die Werte mal in einer Grafik aufbereitet. Ich weiß nicht, ob das gut Werte sind, wenn Ihr bessere habt, sagt Bescheid. Aber da sieht es nicht so gut aus für den Strom, er wird von 30 auf 50 Cent pro kWh teurer, Bas nur von 10 auf 15 Cent pro kWh. Aber „Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“.

Fazit
Vermutlich werden viele Unternehmen dazu übergehen müssen, Ihre Energieversorgung aktiver zu managen, sei es durch PV-Anlagen mit Speichern oder dynamischen Stromtarifen und gezielter Verlagerung von Prozessschritten in bestimmte Zeiten, auch wenn ich mir das sehr schwierig vorstelle.
Oder wir behandeln Netzentgelte mehr wie andere Infrastruktur (Autobahnen!) und zahlen sie von den Steuern und schlagen sie nicht auf den Verbrauchspreis auf.