Arbeitslosigkeit und Teilzeit
Die Arbeitslosigkeit ist ungefähr wieder auf dem Stand der Corona-Pandemie, und das ganz ohne globaler Pandemie (naja, vielleicht einer Pandemie von Dummheit?).
In den USA und Kanada kehren wegen zu niedriger Impfzahlen die Masern zurück, und in Deutschland bricht die CDU ohne Not eine Debatte über die Teilzeit vom Zaun. Gleichzeitig lästert der Kanzler über zu hohe Krankschreibungsquoten.
Ist das schon Zynismus? Auch in der chemischen Industrie sind die Stellensuchenden auf einem Höchststand (siehe Arbeitslose Chemiker über die Zeit). Und da wollen wir über weniger Teilzeit diskutieren? Weder die Leute, die jetzt wegen der Standortkrise „arbeitssuchend“ werden noch die LehrerInnen, Pflegekräfte und KindergärtnerInnen werden das besonders lustig finden.
Vielleicht sollte sich die Politik mehr Mühe geben, die wirklichen Probleme im Land zu lösen, anstatt solche Aufregerthemen für mehr Aufmerksamkeit zu platzieren. Mir würden da ein paar einfallen, und teilweise werde diese ja auch angegangen:
- Erfüllung der CO2-Ziele auch in den Sektoren Verkehr und Wohnen, z.B. durch billigeren Strom, mehr smarter Stromzähler, bessere Ladeinfrastruktur, besserem ÖPNV…
- Vereinfachung der Bürokratie auch für Unternehmen (nicht durch Pseudo-Maßnahmen wie kürzerer Belegaufbewahrungsfristen, was gottseidank wieder rückgängig gemacht wurde)
- der Wiederherstellung von Vertrauen in einen effektiven und gerechten Staat, z.B. auch über eine bessere Steuerungswirkung von Steuern (Abbau von Subventionen, die falsche Anreize machen, dafür höhere Besteuerung in diesen Fällen)
- Schnellere und wirkungsvolle militärische Hilfe für die Ukraine (was weiß ich, vielleicht der Taurus, Überschalltorpedos, unglaubliche Mengen an Drohnen und Artillerie…)
Irgendwie bin ich momentan ein bisschen frustriert, weil viele Dinge laufen ja schon an. Aber über die hört man nicht so viel, wenn das ganze Land über Teilzeit diskutiert. Die Medien (ups, das bin ich im weiteren Sinne ja auch) müssen das ja nicht unbedingt aufgreifen.