Die Entwicklung der BASF seit 1952

In der Serie über die Nachfolgeunternehmen der IG Farben (bisher habe ich HoechstAgfa und Bayer beschrieben) möchte ich heute die BASF vorstellen, mit besonderem Blick auf große oder Megafusionen. Auch hier sind die Daten von Wikipedia.

Darstellung der Übernahmen der BASF seit 1952 über die Zeit.
Entwicklung der BASF durch Übernahmen.

Neugründung bis 1970

1952 gründete sich die Badische Anilin- & Soda-Fabrik AG neu, und schon damals war ein starker Fokus auf die Kunststoffproduktion erkennbar. Neben dem Aufbau von ausländischen Produktionsstandorten (wie auch bei Bayer) wurde ein Gemeinschaftsunternehmen mit Dow gegründet.

1965 stieg die BASF mit der Übernahme von Glasurit in den Lackbereich ein und übernahm 1967 mit Dr. Beck & Co einen weiteren Großen der Lackbranche.

In die Pharmabranche stieg die BASF 1968 mit der Übernahme der Nordmark-Werke Hamburg ein.

Die Wintershall AG wurde 1969 Teil der BASF um so die Rohstoffversorgung zu sichern.

Namensänderung in BASF AG

Die Namensänderung zu BASF erfolgte 1972, wahrscheinlich auch, um die größere Produktvielfalt auszudrücken.

Der Pharmabereich wurde in den nächsten Jahren durch die Übernahme der Knoll AG ausgebaut und eine Kooperation mit Shell wurde begonnen.

1985 konnte die BASF die Faserverbundwerkstoffe von Celanese in den USA übernehmen.

Außerdem konnte nach dem Fall des eisernen Vorhangs eine Kooperation mit Gazprom gestartet werden.

Größere Übernahmen

Im Zuge einer Neuausrichtung wurden ungefähr ab den 2000er Jahren größere Unternehmen(steile) übernommen, z.B. im Pflanzenschutz Produkte von Bayer und von American Home Products Corp., sowie das Vitamingeschäft von Takeda. Diese Übernahmen sollten wohl eine gewisse Größe der BASF in den Kernbereichen sicherstellen.

Außerhalb der Kernbereiche wurde verkauft, z.B. die Pharmasparte an Abbott oder die Kali+Salz-Anteile, dafür wurden dann die Bauchemie von Degussa und die Engelhard Corp., Ciba, Cognis und Chemetall übernommen.

Fazit

Mein Fazit ist amateurhaft und entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Methode, ich finde aber, dass es die BASF sehr gut geschafft hat, sich zum größten Chemieunternehmen der Welt zu entwickeln, ohne ein zu negatives Echo bezüglich ihrer Portfolioaktivitäten auszulösen.

Für  Chemiker ist sie der Arbeitgeber Nummer eins in Deutschland. Wie steht Ihr zur BASF? Welche Übernahmen oder Verkäufe erwartet Ihr?

Die Entwicklung der Bayer AG nach 1945

In der Serie über die Nachfolgeunternehmen der IG Farben (bisher habe ich Hoechst und Agfa beschrieben) möchte ich heute die Bayer AG nach 1945 vorstellen. Motiviert wurde ich ja durch die Megafusionen der letzten Zeit. Die Daten habe ich wieder von Wikipedia.

Entwicklung der Bayer AG nach Zerschlagung der IG Farben
Entwicklung der Bayer AG nach 1945 und der Zerschlagung der IG Farben (Template von http://keynotetemplates.com).

Bayer AG nach 1945

Schon nach Kriegsende wurde die neue Bayer AG mit den Standorten Dormagen, Elberfeld, Leverkusen und Uerdingen neu gegründet. In dieser Zeit mussten sich laut Wikipedia „Chemiker als Glaser oder Sekretäre als Schreiner betätigen“.

Schon 1954 wurden internationale Produktionsstätten eröffnet und in den USA wurde ein Gemeinschaftsunternehmen mit Monsanto gegründet, die Rechte für den Namen Bayer besaß Bayer in den USA bis 1995 nicht, das Unternehmen hieß Mobay. 1967 kaufte man die Tochter zu 100%. Ich wusste bisher nicht, dass es so früh schon eine Zusammenarbeit mit Monsanto gab.

1957 wurde in die Petrochemie investiert. 1962 besaß das Unternehmen dann 61.000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 4 Mrd. DM.

1964 konnte die Bayer Tochter Agfa mit Gevaert fusioniert werden (siehe auch meinen vorherigen Post).

Spartenstruktur

1971 wurde eine neue Konzernstruktur mit Sparten eingeführt. Was ich interessant finde, ist die Führungsstruktur dieser Sparten, und zwar wurden je ein Chemiker und ein Kaufmann Spartenleiter.

1981 wurde Agfa-Gevaert zu 100% übernommen und Miles Inc. gekauft und 1990 hatte Bayer 171.000 Mitarbeiter bei ca. 42 Mrd. DM Umsatz.

Holding

Ab 2001 wurde umstrukturiert und eine Holding gegründet. Pflanzenschutz und Saatgutbereich wurden von Aventis gekauft, 2005 wurde der Kunststoffbereich als Lanxess an die Börse gebracht und die OTC-Sparte von Roche gekauft und 2006 Schering übernommen.

2014 wurde die Pharmafirma Algeta übernommen, und das Consumer-Care-Geschäft von Merck & Co, Inc., außerdem wurde der Spin-off von MaterialScience als Covestro für 2015 bekanntgegeben.

Und 2016 wurde ein Übernahmeangebot an Monsanto gemacht, momentan sieht es so aus, als ob diese Übernahme stattfinden kann.

Fazit

Auch hier sieht man eine ähnliche Entwicklung wie bei Hoechst, allerdings scheint man hier etwas erfolgreicher gewesen zu sein. Interessant finde ich vor allem die strategische Neuausrichtung in der Holding-Zeit weg vom Generalisten zum spezialisierten Pharma- und Agrochemiekonzern. Mal sehen, wie lange die beiden Bereiche nebeneinander existieren. Was meint Ihr?