Die Entwicklung der Bayer AG nach 1945

In der Serie über die Nachfolgeunternehmen der IG Farben (bisher habe ich Hoechst und Agfa beschrieben) möchte ich heute die Bayer AG nach 1945 vorstellen. Motiviert wurde ich ja durch die Megafusionen der letzten Zeit. Die Daten habe ich wieder von Wikipedia.

Entwicklung der Bayer AG nach Zerschlagung der IG Farben
Entwicklung der Bayer AG nach 1945 und der Zerschlagung der IG Farben (Template von http://keynotetemplates.com).

Bayer AG nach 1945

Schon nach Kriegsende wurde die neue Bayer AG mit den Standorten Dormagen, Elberfeld, Leverkusen und Uerdingen neu gegründet. In dieser Zeit mussten sich laut Wikipedia „Chemiker als Glaser oder Sekretäre als Schreiner betätigen“.

Schon 1954 wurden internationale Produktionsstätten eröffnet und in den USA wurde ein Gemeinschaftsunternehmen mit Monsanto gegründet, die Rechte für den Namen Bayer besaß Bayer in den USA bis 1995 nicht, das Unternehmen hieß Mobay. 1967 kaufte man die Tochter zu 100%. Ich wusste bisher nicht, dass es so früh schon eine Zusammenarbeit mit Monsanto gab.

1957 wurde in die Petrochemie investiert. 1962 besaß das Unternehmen dann 61.000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 4 Mrd. DM.

1964 konnte die Bayer Tochter Agfa mit Gevaert fusioniert werden (siehe auch meinen vorherigen Post).

Spartenstruktur

1971 wurde eine neue Konzernstruktur mit Sparten eingeführt. Was ich interessant finde, ist die Führungsstruktur dieser Sparten, und zwar wurden je ein Chemiker und ein Kaufmann Spartenleiter.

1981 wurde Agfa-Gevaert zu 100% übernommen und Miles Inc. gekauft und 1990 hatte Bayer 171.000 Mitarbeiter bei ca. 42 Mrd. DM Umsatz.

Holding

Ab 2001 wurde umstrukturiert und eine Holding gegründet. Pflanzenschutz und Saatgutbereich wurden von Aventis gekauft, 2005 wurde der Kunststoffbereich als Lanxess an die Börse gebracht und die OTC-Sparte von Roche gekauft und 2006 Schering übernommen.

2014 wurde die Pharmafirma Algeta übernommen, und das Consumer-Care-Geschäft von Merck & Co, Inc., außerdem wurde der Spin-off von MaterialScience als Covestro für 2015 bekanntgegeben.

Und 2016 wurde ein Übernahmeangebot an Monsanto gemacht, momentan sieht es so aus, als ob diese Übernahme stattfinden kann.

Fazit

Auch hier sieht man eine ähnliche Entwicklung wie bei Hoechst, allerdings scheint man hier etwas erfolgreicher gewesen zu sein. Interessant finde ich vor allem die strategische Neuausrichtung in der Holding-Zeit weg vom Generalisten zum spezialisierten Pharma- und Agrochemiekonzern. Mal sehen, wie lange die beiden Bereiche nebeneinander existieren. Was meint Ihr?

Die Entwicklung von Agfa nach 1952

Neben der Hoechst AG, über deren Werdegang nach 1952 ich letzte Woche geschrieben habe, war auch die Agfa eine Nachfolgefirma der IG Farben.

Agfa seit 1952

Auch hier habe ich eine Zeitleiste erstellt, die etwas übersichtlicher als im Fall Hoechst ist. Die Vorlage kommt wieder von http://keynotetemplate.com.

Entwicklung der Agfa AG seit 1952.
Entwicklung der Agfa AG seit 1952.

Die Agfa AG wurde nach dem Ende der IG Farben, da ihre Werke über die Zonen verstreut waren, zunächst bei Bayer zugeschlagen. 1952 und 1952 wurden dann in Leverkusen und München zwei AGs gegründet, die 1957 zusammengefasst wurden.

Nach einigen kleinen Übernahmen kam dann 1964 die Fusion mit der belgischen Gevaert. Die Agfa-Gevaert-Gruppe beinhaltete dann die Agfa-Gevaert AG in Leverkusen und die Gevaert-Agfa N.G. in Morstel.

1981 hat Bayer die Gruppe übernommen, 1983 betrug der Umsatz 5.9 Mrd. DM. 1999 wurde das Unternehmen an die Börse gebracht, Bayer hält 30%, Gevaert N.V. noch 25%.

Die Disruption

Durch den Aufstieg der Digitalphotographie, von dem das Unternehmen ein bisschen überrascht worden zu sein schien, musste sich das Unternehmen neu aufstellen, inzwischen ist die Firma im Healthcare-, Graphics- und Materials-Bereich aktiv.

Für diese Bereiche braucht man vermutlich weniger Chemiker als für den Analogfilmbereich, wenn man mal von Materials absieht. Anscheinend verkauft Agfa PEDOT/PSS-Materialien.

An diesem Beispiel kann man sehen, was eine disruptive Innovation mit einem großen Unternehmen anrichten kann und was dieses Unternehmen in der Folge tun kann. Auch interessant finde ich, dass Bayer noch immer Anteile an Agfa zu haben scheint.

Alle Daten sind aus Wikipedia, dort ist die Geschichte noch viel ausführlicher beschrieben.

Weitere Infomationen zu Agfa und den Anfängen der Fotografie gibt es auch in einer aktuellen Wochenschau der GDCh.

Alle Daten sind natürlich ohne Gewähr.