Veränderte Ansprüche an die Arbeitswelt

In den letzten Monaten konnte ich immer wieder darüber lesen, wie anders die sogenannten Millenials, also die von 1980 bis 2000 geborenen, in Bezug auf die Arbeitswelt sind.
Es gibt Studien, die sich damit beschäftigen, z.B. von PwC. Hier ein Zitat eines PwC-Partners zu dem Thema:

Sie lehnen hierarchische Strukturen ebenso ab wie Herrschaftswissen. Sie verachten Stillstand, wünschen sich fortlaufend Feedback auf ihre Leistung zu erhalten und erhoffen sich eine abwechslungsreiche berufliche Laufbahn. Mit anderen Worten: Millenials erwarten einen Management-Stil und eine Unternehmenskultur, die sich in vielen Dingen von tradierten Strukturen unterscheiden.

Edition F schreibt sogar davon, dass viele Millenials bis 2020 ihren Job wechseln wollen, weil zu wenig auf ihre Bedürfnisse am Arbeitsplatz eingegangen wird.

Ich frage mich: Ist das wirklich so, dass „wir“ (ja, ich gehöre auch noch knapp zu den Millenials) eine so andere Erwartung an die Arbeitswelt haben? Wäre uns ein fester Arbeitsplatz über unser Berufsleben unangenehm? Oder gibt es für uns einfach keine Sicherheiten mehr? Das ist wahrscheinlich ein Henne-Ei-Problem, ob sich zuerst die Arbeitsplätze oder unsere Erwartungen geändert haben. Oder habt diese Generation das Urvertrauen in die Arbeitgeber verloren?

Was meint Ihr denn dazu? Und gilt das auch für die Chemieindustrie?

Arbeitsmarktchancen für Akademiker

Die Rheinische Post hat auf ihrer Website eine Untersuchung zu Arbeitsmarktchancen verschiedener Studienrichtungen veröffentlicht. Der Artikel nennt sich „Der Arbeitsmarkt für Akademiker 2012“ und ist alphabetisch sortiert von Anglistik bis Zahnmedizin. Leider weiß ich nicht, wie lange diese Info schon online ist.

Über Chemie steht folgendes:

Chemie

Prognose: mittelmäßig

Immer mehr studieren Chemie. Noch ist die Nachfrage an Nachwuchs aber groß genug, um fast alle unterzubringen.

Arbeitsmarktdaten Chemie im März 2012

Laut den offiziellen Arbeitsmarktdaten nach Berufen gab es in der Chemie im März 2012 8880 Arbeitslose, davon 1903 Experten. Arbeitssuchend waren 14456 Chemiker, 3291 davon als Experten.

Dem stehen 2706 gemeldete Arbeitsstellen entgegen, davon 349 für Experten. 

Im Vergleich zum Februar ist also ein leichter Aufschwung erkennbar. 

Zusätzlich habe ich eine Broschüre der Agentur für Arbeit über Naturwissenschaften/Informatik gelesen. Dort stehen auch ein paar interessante Daten drin. Zum einen waren 2011 im Schnitt 2200 Chemiker arbeitslos, ähnlich wie 2010. Davon waren fast die Hälfte unter 35 Jahre alt. Das heißt, dass man mit einer kurzen Arbeitslosigkeit nach dem Ende der Promotion/Ausbildung rechnen muss. 2011 hat sich dieser Trend noch verstärkt.

Andererseits sind 17% der Chemiker über 55 Jahren, diese scheiden nach und nach aus dem Berufsleben aus und werden hoffentlich durch jüngere Chemiker ersetzt. Von denen wird es in nächster Zeit auch sehr viele geben. 2011 gab es 40.600 Studenten der Chemie, 11% mehr als 2010. Und die Hälfte davon waren Frauen, was in naher Zukunft den Anteil von Frauen im Berufsleben deutlich erhöhen sollte. 

Alles in allem erfreuliche Nachrichten, wenn man von der Arbeitslosigkeit vor dem Berufseinstieg absieht. 

Arbeitsmarktdaten Chemie im Februar 2012

Laut den offiziellen Arbeitsmarktdaten nach Berufen gab es in der Chemie im Februar 2012 8942 Arbeitslose, davon 1935 Experten. Arbeitssuchend waren 14586 Chemiker, 3277 davon als Experten.

Dem stehen 2709 gemeldete Arbeitsstellen entgegen, davon 326 für Experten. 

Arbeitsmarktdaten für die Chemie im Januar 2012

Laut den offiziellen Arbeitsmarktdaten nach Berufen gab es in der Chemie im Januar 2012 8776 Arbeitslose, davon 1952 Experten. Das sind 5,7% bzw. 4,6% weniger als 2011. 

Dem stehen 2430 gemeldete Arbeitsstellen entgegen, davon 320 für Experten. Das heißt, pro Stelle gibt es 3,6 Arbeitslose, bzw. 6,1 für Experten.

Schaut man sich an, wieviele Leute eine Stelle suchen, also 14422 insgesamt und 3211 Experten, kommt man auf ein Verhältnis von 5,9 Suchenden pro Stelle und für Experten auf 10 Suchende pro Stelle. 

Das heißt, dass es allgemein in der Chemie keinen Fachkräftemangel zu geben scheint. 


Die Bezeichnung Experte kommt aus der Klassifikation der Berufe 2010, die ich nicht durchgearbeitet habe, ich habe einfach angenommen, dass ein promovierter Chemiker ein Experte ist.