Bewerbungsgespräch als Chemiker – Teil 2

Nachdem ich im letzten Post das erste Bewerbungsgespräch als Chemiker beschrieben habe, setze ich das Thema heute fort. Ich schreibe heute über den nächsten Schritt, und das ist typischerweise ein zweites (eventuell folgt sogar ein drittes) Gespräch.

Wenn Ihr Euch bewerben wollt, schaut gerne auf meiner StepStone Seite vorbei. Damit unterstützt Ihr auch den Blog.

Das zweite Gespräch

Nachdem wir im ersten Gespräch sowohl den Personaler als auch die zukünftigen direkten Vorgesetzten von uns überzeugt haben, sprechen wir nun mit deren Vorgesetzte oder in kleineren Firmen dem Eigentümer. Eventuell kommt es auch noch zu einer Firmenführung, wo sich zukünftige Mitarbeiter ein Bild machen können.

Die Namen und Themen des ersten Gesprächs müssen wir hier präsent haben und Interesse zeigen.

In meinem Fall haben fachliche Themen in zweiten Gesprächen eher keine Rolle gespielt, es ging mehr um die Persönlichkeit und wie man ins Team passt. Das beruht natürlich auf Gegenseitigkeit. Wenn Ihr den Eindruck habt, dass die Firma nicht zu Euch passt, kann das auch eine wertvolle Information sein, vor allem, wenn man später mehrere Angebote hat (ja, das soll es auch geben :)).

Zwar sollte man sich immer authentisch geben, in meiner Erfahrung hilft es aber auch hier, sich auf typische Fragen („Was war Ihre größte Krise?“, „Wie gehen Sie mit unmotivierten Mitarbeitern um?“) vorzubereiten.

Allerdings muss es zwischen den Personen passen, und das kann man nur wenig beeinflussen.

Wie es weiter geht

Ich persönlich hatte nie drei Gespräche, aber es kann durchaus passieren, dass die Firma eine weitere Meinung einholen möchte oder es aus anderen Gründen zum dritten Gespräch kommt.

Bei mir kam es nach dem zweiten Bewerbungsgespräch immer zu einer Entscheidung, die mir manchmal am Telefon, meist aber per Post mitgeteilt wurde.

Ich habe auch noch nie gehört, dass ein promovierter Chemiker zur Probearbeit angetreten ist. Falls Ihr hier Beispiele habt, schreibt gerne einen Kommentar.

Ansonsten wünsche ich allen Suchenden viel Erfolg bei der Jobsuche!

Das erste Bewerbungsgespräch als Chemiker

Als Teil meiner Serie „Jobs für Chemiker“ (z.B. als Laborleiter) möchte ich heute beschreiben, wie ein erstes Bewerbungsgespräch als Chemiker im Groben abläuft. Das soll Euch einen Anhaltspunkt bieten, was Euch erwartet, wenn Ihr es mal einen Schritt weiter im Bewerbungsmarathon  geschafft habt.

Wenn Ihr Euch erst noch bewerben möchtet, schaut gerne auf meiner StepStone Seite vorbei. Damit unterstützt Ihr den Blog.

Das erste Bewerbungsgespräch

Bei vielen Firmen ist der Bewerbungsprozess in verschiedene Phasen gegliedert. Wer mit seiner schriftlichen Bewerbung überzeugt hat, wird zum ersten Bewerbungsgespräch eingeladen. In diesem habe ich meist einen Personaler und mehrere Personen aus der Fachabteilung kennengelernt.

Der Personaler hat mich üblicherweise zu meiner persönlichen Situation befragt, einen Kommentar zu Lücken im Lebenslauf haben wollen und typische Fragen wie „Was würden Ihre Freunde über Sie sagen?“ oder „Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie dann?“ gestellt.

Hierauf sollte man sich im Vorfeld schlagfertige, aber nicht unverschämte Antworten überlegen.

Auch möchten die Personaler manchmal wissen, ob man sich vorstellen kann, in die Gegend zu ziehen. Auch hier lohnt es sich, eine Anwort zu überlegen.

Wichtig ist es auch, sich vorher über die Firma informiert zu haben und sich ein paar Fragen zu den Fakten im Internet zu überlegen.

Das Gespräch mit der Fachabteilung

Die Interviewer der Fachabteilung waren in meinem Fall meist Chemiker und die zukünftigen Vorgesetzten des einzustellenden Mitarbeiters.

Die möchten herausfinden, wie man sich im Fachlichen anstellt. Meistens musste ich meine Dissertation kurz und verständlich zusammenfassen.

Falls man etwas publiziert hat, sollte man sich das vorher nochmal anschauen.

Wobei ich sagen muss, dass bei mir nur die sehr pharmanahen Firmen detaillierte Fragen zu meiner Dissertation hatten, ansonsten bewegte es sich eher an der Oberfläche.

Allerdings musste ich immer auch Fragen zum in der Stellenanzeige genannten Fachgebiet beantworten. Es hat sich gelohnt, sich vorher etwas genauer darüber zu informieren.

Am wichtigesten ist aber, im ersten Bewerbungsgespräch authentisch, interessiert und sympathisch rüberzukommen. Zumindest, wenn ich an der Stelle interessiert war.

Dazu gehört auch, dass ich mir die Namen der Gesprächspartner gemerkt habe, viele Fragen gestellt habe und betont habe, dass ich mir vorstellen kann, dort zu arbeiten.

Hier geht es zur Fortsetzung im zweiten Bewerbungsgespräch.

Wenn bei Euch ein Bewerbungsgespräch als Chemiker in einer Firma ansteht, wünsche ich Euch alles Gute! Gerne könnt Ihr einen Kommentar hinterlassen, wie es gelaufen ist.

Professionelle Bewerbungsunterlagen

Mit Schaudern erinnere ich mich an meine Bewerbungsphase zurück. Viele Firmen bevorzugen ja inzwischen die Bewerbung über eigene Portale anstatt klassischer Bewerbungsmappen.

Davon abgesehen, dass man seine eigenen Daten x-mal in gefühlt die gleichen SAP-Formulare eingeben muss, ist es dadurch schwer, sich von anderen Bewerbern abzuheben. Anstatt der gesamten Mappe ist dann eventuell nur noch das Anschreiben eine Möglichkeit der Differenzierung. Mein Anschreiben habe ich schon vorgestellt.

Dieses muss natürlich für jede Stelle individuell angepasst werden. Mit einer wachsenden Zahl von Absagen wurde ich mir dann immer unsicherer, ob ich meine Unterlagen auch aussagekräftig und fehlerfrei gestaltet habe.

Hier möchte jetzt ein Unternehmen helfen: richtiggutbewerben.de (Affilate-Link) korrigiert und vollständige Bewerbungsunterlagen oder individuelle Anschreiben. Der Service steht auch für Englisch, Französisch oder Spanisch zur Verfügung.

Ein promovierter Chemiker muss in der Lage sein, eine vernünftige Bewerbung zu verfassen. Ich persönlich würde mir daher kein Anschreiben von einem Fremden erstellen lassen. Wenn das Anschreiben zu stark von der Persönlichkeit abweicht, merken die Personaler das spätestens beim Vorstellungsgespräch.

Aber um Unsicherheiten auszuräumen, finde ich den Korrektur- und Optimierungsservice sehr gut. Auch beim Design der Bewerbung hat man als Chemiker vielleicht Defizite :).

Was meint Ihr? Würdet Ihr das Erstellen der Bewerbungsunterlagen outsourcen?

Wollt Ihr hier mehr über den Bewerbungsprozess allgemein lesen? Schreibt einen Kommentar.

Als Chemiker in der Industrie arbeiten

Die meisten Leser arbeiten wahrscheinlich in der Industrie oder haben es zukünftig vor. Das ist auch kein Wunder, bieten sich doch an Universitäten oder Forschungsinstituten den wenigsten Absolventen nur wenige Möglichkeiten für unbefristete Stellen.

Aber aller Anfang ist schwer, so auch der Beginn der Karriere in der chemischen Industrie. Hier kommt ein Ratschlag recht, den ich vor längerer Zeit bei Chemjobber gelesen habe. Im Review des Buches von M.R. Nelson, „Navigating the path to industry“ heißt es,

[…] something that I think people need to remember about applying for positions — it’s mostly writing people and telling them, „please, reject me.“

Laut Frau Nelson (hier der Link zum Buch) heißt das:

develop methods for maintaining your self-confidence and positive attitude in the face of the inevitable rejection. Potential techniques for this include: keeping a folder of positive feedback and evidence of your past successes to review when you are struggling, developing a closure routine to “say good-bye” to jobs you wanted but did not get, and practicing the “fake it until you make it” method of pretending to be more confident than you feel.

Ich paraphrasiere auf Deutsch: „Immer positiv denken und Geduld haben, die Ablehnung ist fast unvermeidbar. Komm darüber hinweg und wirke zuversichtlicher, als Du Dich fühlst.“

Wie ist es Euch nach den ersten Bewerbungen gegangen, liebe schon arbeitende Leser?

Das perfekte Anschreiben…

… gibt es nicht.

Das muss man sich klar machen, wenn man sein erstes Anschreiben verfasst. Ein gutes Anschreiben muss immer zu der Stelle passen, auf die man sich bewirbt. Das Anschreiben sollte den lesenden Personaler überzeugen, mich einzuladen, daher muss ich ihn auf meine Person neugierig machen und ihn überzeugen, dass ich für die Stelle geeignet bin.

Das heißt aber nicht, dass man für eine weitere Bewerbung alles neu schreiben muss. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, sein Anschreiben modular einzuteilen. So kann man einzelne Blöcke gut auf Stellenbeschreibung und Firma anpassen, während man andere Blöcke (fast) unverändert lassen kann.

Der Aufbau:

Als kurze Einleitung schreibe ich, wo ich die Stelle gefunden habe und warum ich mich auf sie bewerbe, also was mich geeignet macht. Anschließend stelle ich mich vor und präsentiere die wichtigsten Stationen meines Lebens. Oft sind das bei Berufseinsteigern nicht so viele, dass man diese bei verschiedenen Bewerbungen stark variieren muss.

Im Hauptteil mache ich dem Personaler deutlich, dass ich ein großer Gewinn für die Firma bin. Das ist natürlich für einen Berufseinsteiger nicht so leicht, da man keine Ergebnisse aus früheren Beschäftigungen für seine Fähigkeiten vorzeigen kann. Aber anhand ausgewählter Studieninhalte, Nebenbeschäftigungen oder Hobbys kann das gelingen.

Zum Ende gehe ich darauf ein, warum ich bei der Firma Arbeiten möchte und bekräftige, dass ich wichtig bin. Nach einer abschließenden Floskel (z.B. „Ich hoffe, ich konnte Sie auf mich neugierig machen und freue mich auf Ihre Rückmeldung.“) fehlt nur noch meine Unterschrift.

Natürlich ist das nur eine Möglichkeit, ein Anschreiben zu verfassen, und je nach gewünschtem Beruf und der Stellenbeschreibung ist es mehr oder weniger ideal. Ich habe aber gute Erfahrungen mit diesem Aufbau gemacht.

Viele nützliche Tipps finden sich auch in einschlägigen Bewerbungsbüchern, z.B. bei Hesse/Schrader-Training Schriftliche Bewerbung: Anschreiben – Lebenslauf – E-Mail- und Online-Bewerbung oder Perfekte Bewerbungsunterlagen für Hochschulabsolventen: Erfolgreich zum Traumjob – auch für Online-Bewerbungen .

Beobachtungen bei der Bewerbung in großen Firmen

Hier sind ein paar Beobachtungen, die ich im Laufe meiner Bewerbungen gemacht habe. Falls ihr weiteres zu erzählen habt, könnt ihr die Kommentarfunktion nutzen oder mir Email schreiben.

Große Firmen:

  • Prinzipiell brauchen größere Firmen länger für ihre Auswahlverfahren und die Beantwortung der Bewerbung.
  • Vorstellungsgespräche laufen bei großen Firmen viel formalisierter ab, es werden Checklisten abgearbeitet mit typischen Personalfragen.
  • Bei großen Firmen braucht man viel Geduld beim Ausfüllen von SAP-Formularen. 
  • Tendenziell wird man eher zum Mittagessen eingeladen.
  • Es gibt mehr und längere Gespräche.